Auf der Baustelle von Ramseier in Sursee soll es Lohndumping geben

Polnische Arbeiter sollen gerade einmal 3.50 Franken pro Stunde erhalten haben

Auf der Baustelle von Ramseier in Sursee soll es Lohndumping geben.

Audiofiles

  1. Auf der Ramseier Baustelle in Sursee soll es Lohndumping geben. Audio: Caspar van de Ven / Yanik Probst / Roman Gibel

Auf der Baustelle der Ramseier Suisse AG in Sursee gibt es offenbar Lohndumping. Das haben Recherchen von Radio Pilatus aufgrund von Unterlagen der Gewerkschaft Unia gezeigt.

Polnische Arbeitskräfte arbeiteten demnach zu Dumpinglöhnen auf der Baustelle in Sursee. Sie sind Teil eines polnischen Subunternehmens, welches im Auftrag eines deutschen Unternehmens auf der Baustelle arbeitet um eine neue Abfüllanlage zu installieren. Bei den Arbeitern handelt es sich um Personen der Elektrobranche.

Lohn rund zehn Mal zu tief

Dokumente, welche Radio Pilatus vorliegen, belegen den Fall von Lohndumping bei mindestens einem polnischen Arbeiter. Dieser hatte im Dezember für eine Arbeitszeit von 84 Stunden umgerechnet einen Lohn von gerade einmal 294 Franken erhalten. Dies entspricht 3.50 Franken pro Stunde und somit dem Mindestlohn in Polen. Allerdings nicht dem Lohn, welcher ein Bauarbeiter der Elektrobranche in der Schweiz zu gute hätte. Zuschläge, wie in den entsprechenden flankierenden Massnahmen für ausländische Arbeiter geregelt, wurden keine ausbezahlt. Gemäss diesen hätte der Pole einen Anspruch auf einen Lohn von 2‘856 Franken. Das entspricht einem Mindestlohn von 28,16 Franken, der gemäss Unia im GAV der Branche so festgelegt ist.

Wie die UNIA gegenüber Radio Pilatus erklärte, sollen insgesamt mindestens zehn Polen des Sub-Unternehmens aus Polen vom Lohndumping auf der Ramseier Baustelle in Sursee betroffen sein.

Ramseier untersucht den Vorfall

Auf Anfrage von Radio Pilatus hiess es bei der Ramseier Suisse AG in Sursee, dass man bislang keine Kenntnis von Dumpinglöhnen auf der Baustelle in Sursee hatte. Aufgrund der Meldung von Radio Pilatus und der Unia hat Ramseier mit dem deutschen Unternehmen und dem polnischen Sub-Unternehmen Kontakt aufgenommen. Dabei beteuerten beide Unternehmen jedoch, dass dies nicht der Fall sei.

Gemäss Ramseier konnten auch bei Kontrollen auf der Baustelle keine Ungereimtheiten bei den Löhnen festgestellt werden. Die Dokumente, welche Radio Pilatus zur Verfügung stehen, deuten jedoch auf das Gegenteil hin. Auch deshalb will Ramseier gemeinsam mit den beteiligten deutschen und polnischen Unternehmen am kommenden Montag zusammensitzen und den Fall besprechen. Ebenfalls möchte Ramseier an diesem Gespräch die Unia dabei haben.

Dokumente die Radio Pilatus vorliegen deuten auf Lohndumping hin.