Geschlossene Psychiatrie bedeutet nicht mehr Sicherheit

Neue Studie widerlegt bisherige Sichtweise

Symbolbild

Stark selbstmordgefährdete Menschen werden oft in geschlossenen Stationen untergebracht, um sich besser vor sich selber zu schützen. Eine Basler Studie zeigt jetzt aber, dass in ausschliesslich offen geführten psychiatrischen Kliniken nicht mehr Patienten Suizid begehen.

Geschlossene Psychiatrie bedeutet nicht mehr Sicherheit

Ein Forscherteam der Uni Basel hat für die Studie fast 350'000 Fälle in 21 deutschen Kliniken in den letzten Jahren ausgewertet. Sie kommen dabei zum Schluss, dass das Einschliessen die Sicherheit der Patienten nicht verbessert. Teilweise steige sogar die Gefahr, dass jemand Selbstmord begeht, wenn er eingeschlossen ist, schreibt das entsprechende Fachjournal.

Offene Stationen teurer

Akut Suizid gefährdete in offenen Stationen zu betreuen hat jedoch seinen Preis: Risikopatinen müssen enger betreut und das Personal speziell geschult werden. Die Entscheidung für offene oder geschlossene Türen bleibt somit letztlich eine finanzielle Frage der psychiatrischen Kliniken.