Hochschule Luzern entlastet das Schienennetz

Mit angepassten Vorlesungszeiten kommt die HSLU den SBB entgegen

Das neue Departement Informatik der Hochschule Luzern HSLU im Gebiet Suurstoffi im zugerischen Rotkreuz Im Gebiet Suurstoffi im zugerischen Rotkreuz steht das neugebaute Departement für Informatik der Hochschule Luzern HSLU. Doppelstöckiger Zug der SBB Kathrin Amacker, Leiterin Kommunikation bei der SBB Ein Zug der SBB am Bahnhof Luzern. Neuer Campus der Hochschule Luzern in Rotkreuz Das neue Departement Informatik der Hochschule Luzern HSLU im Gebiet Suurstoffi im zugerischen Rotkreuz

Das gab es noch nie: Die Hochschule Luzern nimmt Rücksicht auf überfüllte Züge. Von der Anpassung der Blockzeiten erhoffen sich die Verantwortlichen viele Vorteile.

Die Hochschule Luzern setzt sich zusammen mit den SBB für eine Entlastung der Züge ein. Durch eine Anpassung der Unterrichtszeiten will die Informatikabteilung in Rotkreuz das Verkehrsaufkommen während den Stosszeiten dämpfen. Die Vorlesungen am Morgen beginnen deshalb erst um neun Uhr. Das habe verschiedene Vorteile, sagt René Hüsler, Direktor der Informatikabteilung in Rotkreuz: "Einerseits können wir so die Verbindungen zu den anderen Standorten der HSLU verbessern. Ausserdem wird das Pendeln für unsere Studenten angenehmer und attraktiver." Diese könnten so in Ruhe lernen oder sich auf Vorlesungen vorbereiten.

Auch am Abend sind die Blockzeiten auf die SBB ausgerichtet worden. Dadurch könne die Strecke zu den Hauptverkehrszeiten noch mehr entlastet werden, so die Verantwortlichen. Im Moment betrifft diese Lösung insgesamt rund 1'000 Studenten, Lehrpersonen und Angestellte der HSLU. Diese Zahl werde in den nächsten Jahren wegen dem Wachstum der HSLU noch zunehmen, so Hüsler.

Auch wenn sich die Anzahl der beeinflussten Pendler noch in Grenzen hält, setzen die SBB grosse Hoffnungen in solche Lösungen. Engpässe zu den Hauptverkehrszeiten zu umgehen, sei einfacher, als neue und immer längere Züge einzusetzen, betont Kathrin Amacker, Leiterin Kommunikation SBB. Damit bekomme man auch die Kosten besser in den Griff. Neues Rollmaterial und ein Ausbau der Bahninfrastruktur würden nämlich nur zum Teil vom Bund getragen. Den Rest müssten die Kantone über die Verkehrsverbünde und die Bahnbenützer über höhere Billettpreise bezahlen.

Rund 194'000 Studentinnen und Studenten waren 2014 an den zehn grössten Schweizer Hochschulen eingeschrieben. Laut den SBB verringern gestaffelte und angepasste Vorlesungszeiten die Überlastung in den Hauptverkehrszeiten. Rund 19'000 Studenten könnten so ausserhalb der Stosszeiten am Morgen zwischen sieben und acht Uhr pendeln. Laut den SBB reisen im Moment 57 Prozent aller Bahnkunden zu den Hauptverkehrszeiten. Durch Verlagerungen der Pendlerbewegung in die Nebenverkehrszeiten verbessere sich auch die Auslastung der Züge. Im Durchschnitt sind in den Zügen der SBB nur etwa 30 Prozent der Sitzplätze besetzt. 

Die SBB rechnen auf der Schiene mit einer Verkehrszunahme von rund 50 Prozent bis ins Jahr 2040. 

Audiofiles

  1. Vorlesungen starten in Rotkreuz später, so soll es mehr Platz in den Zügen geben. Audio: David von Moos