Luzerner Fasnacht: Wirte fordern gleich lange Spiesse

Vorstoss im Stadtparlament für mehr Fairness beim Geschäft über die Gasse

Nicht im Fokus der Kritik: Fasnächtler mit Bars, die sich und ihren Freunden Getränke gratis ausschenken.

Nach der Fasnacht ist vor der Fasnacht: Die Wirte in der Stadt Luzern fordern gleiche Regeln für alle. Beim Verkauf von Speisen und Getränken über die Gasse und auf der Strasse wollen sie nicht länger benachteiligt werden.

Die Wirtinnen und Wirte der Stadt Luzern wollen künftig auch auf öffentlichem Grund vor oder bei ihren Lokalen Getränke und Esswaren über die Gasse verkaufen können. Dazu ist am Donnerstag im Stadtparlament ein entsprechender Vorstoss von Peter Gmür im Namen der CVP-Fraktion lanciert worden. Darin fordern die Wirtsleute lange Spiesse.

Bis jetzt dürfen sie auf öffentlichem Grund – und das nur auf sogenannten Boulevard-Terrassen innert eng bestimmten Grenzen – bediente Tische, Stühle und Sonnenschirme aufstellen. Das mache aber an der Fasnacht wenig Sinn, erklärt Patrick Grinschgel, Präsident von Gastro Region Luzern und Vizepräsident des kantonalen Gastronomieverbandes. Das Mobiliar sei je nach Standort aus Sicherheitsgründen nicht zweckmässig. Ausserdem könne es zu Sachbeschädigung oder Diebstahl kommen. Ohne bediente Boulevard-Sitz- oder Stehplätze mit Tischen und dergleichen darf draussen vor den Restaurants aber kein Alkohol ausgeschenkt werden. Der Ausschank von Alkohol auf öffentlichem Grund ist verboten, bei Verstössen droht eine Busse.

Wirte sehen sich benachteiligt

Bei illegalen Verkaufsständen von Privaten auf öffentlichem Grund sei das an der Fasnacht aber anders, moniert Grinschgel. Diese liesse man gewähren, eine Busse könne schliesslich nur schwer und dann auch kaum auf die richtige Person ausgestellt werden.

Auch die legalen bewilligten Verpflegungsstände wollen den Wirten nicht so richtig gefallen: «Die Luzerner Fasnacht hat sich zu einem schweizweit bekannten Anlass entwickelt. Immer mehr Auswärtige mieten einen Standplatz und bieten aus ihren Zwischenverpflegungswagen ein reichhaltiges Sortiment an Lebensmitteln und Getränken an», heisst es im Vorstoss.Demgegenüber sei es den ortsansässigen Gastronomiebetrieben nicht erlaubt, auf ihren Boulevardflächen auch direkt Produkte zu verkaufen, was gerade während der Fasnacht sehr lukrativ sei. Herkömmliche Restaurants würden so benachteiligt.

Behörden sollen handeln

Die Kritik der stadtluzerner Gastronomen richte sich vor allem an die Stadtverwaltung, betont Patrick Grinschgl von Gastro Region Luzern. Mit dem Vorstoss will man der Ungleichbehandlung nun den Kampf ansagen. Die Regeln müssten so ausgestaltet werden, dass die Wirte ihre Fläche aktiver bewirtschaften könnten. Selbstverständlich habe der Sicherheitsaspekt höchste Priorität.

Auf Seiten der organisierten Fasnächtler will man das Vorgehen abwarten. «Klar werden die sogenannten illegalen Verkaufsstände im Vorstoss erwähnt, von diesen distanzieren wir uns aber klar», betont Linus Jäck, Präsident der Vereinigten Guuggenmusigen. Man wünsche sich einfach, dass die Fasnacht nicht allzu sehr reguliert werden.