Künftig gibt es auch auf Autobahn-Raststätten Alkohol

Ständerat hat keine Sicherheitsbedenken

Die Luzerner Raststätte in Neuenkirch.

Autofahrer sollen sich schon bald auch auf Autobahnraststätten einen Schluck genehmigen können. Nach dem Nationalrat hat auch der Ständerat der Vorlage zugestimmt. Sicherheitsbedenken müsse man keine haben, so die Mehrheit im Ständerat.

Seit über 50 Jahren ist der Verkauf von Alkohol auf Autobahn-Raststätten verboten. Wegen Sicherheitsbedenken wurde dieses Gesetz in all den Jahren auch nicht geändert. Bis jetzt. «Schon heute kommen Autofahrer relativ leicht an Alkohol», betonte der Glarner SVP-Ständerat Werner Hösli bei der Debatte. Das Verbot bestrafe zudem die Mitfahrer, welche sich durchaus ein Gläschen gönnen könnten, so Hösli weiter.

Eine Minderheit, welche die Sicherheitsbedenken weiterhin hervorhob, konnte am Entscheid des Ständerats nichts ändern. Vergeblich gab der jurassische SP-Ständerat Claude Hêche zu bedenken, dass die Möglichkeit Alkohol auf Raststätten zu kaufen, auch die Fahrer verleiten könnte.

Bundesrat unterstützt Lockerung

Das aktuelle Alkoholverkaufsverbot auf den Autobahn-Raststätten sei nicht mehr zeitgemäss, gab auch der Bundesrat zu bedenken. Verkehrsministerin Doris Leuthard sagte in der Debatte, dass sich der Umgang mit Alkohol geändert habe und dessen Verfügbarkeit keine wesentliche Rolle mehr spiele.

Kritisiert wird die Lockerung hingegen von der Beratungsstelle für Unfallverhütung bfu. Heute seien die Autobahnen relativ sicher, mit der Lockerung könnte sich dies jedoch ändern, so die bfu. Die eingeschränkten Verkaufsmöglichkeiten für Alkohol seien sehr wohl eine der wirksamsten Präventionsmassnahmen.

Ab wann der Ausschank von Alkohol auf Autobahn-Raststätten definitiv wieder zugelassen ist, muss noch vom Bundesrat und Parlament festgelegt werden.