Genfer Polizei ging auf FCL-Fans los

Laut Augenzeugen war der Einsatz unverhältnismässig

Thomas Buchmann Gemäss Augenzeugen wurden die FCL-Fans in Genf von der Polizei unverhältnismässig angegangen.

Rund um das Cup-Spiel vom Samstag, 16.09.2017, zwischen Genf-Servette und dem FC Luzern ist es zu Ausschreitungen gekommen. Dabei sei besonders die Genfer Polizei verhältnissmässig radikal und gewaltsam eingestiegen. Ein FCL-Fan wurde nach einem Unfall mit einem Töff am Kopf verletzt.

Wie Thomas Buchmann, der Stellenleiter Fanarbeit Luzern bestätigte, kam es zu verschiedenen Zwischenfällen. Und auch er stellt der Genfer Polizei kein gutes Zeugnis aus. Sie sei alles andere als deeskalierend aufgetreten. Mit einem aggressiven Verhalten hätten sie die Ausschreitungen gar gefördert, so Buchmann. Besonders ein Punkt kritisiert er: Die Fanarbeit und auch der FC Luzern hätten der Genfer Polizei geraten, die FCL-Fans nicht mit dem ÖV bis zum Stadion reisen zu lassen. Doch darauf ging die Genfer Polizei nicht ein. So kam es in einem Tram zu einem Zwischenfall. Die Fans hüpften, das Tram erlitt einen technischen Defekt und die Fans mussten zu Fuss weitergehen. Dieser Marsch wurde dann von der Polizei begleitet. Das Auftreten, nicht nur den FCL-Fans gegenüber sondern auch anderen Passanten, sei sehr grob und laut gewesen, so Buchmann weiter.

Vor dem Spiel könne man den FCL-Fans wirklich kein Vorwurf machen wegen den Ausschreitungen. Im Gegenteil, nur dank der guten Zusammenarbeit und auch der Mithilfe von Fans habe man die Stimmung im Zaun halten können. Nach dem Spiel sei es dann jedoch zu Ausschreitungen auch von FCL-Fans gekommen. Zum Teil alkoholisiert hätten sie Stühle umgeworfen und teilweise auch andere Zivilisten angegangen.

Der Vorfall, welcher Thomas Buchmann jedoch am meisten zu denken gibt, ist derjenige mit einem Polizisten auf einem Töff. Dieser überholte den Fanmarsch, dabei kam es zu einem Zusammenstoss mit einem FCL-Fan. Dieser stürzte, zog sich eine Platzwunde zu und musste schlussendlich zur weiteren Kontrolle ins Spital gebracht werden. Der Polizist, welcher involviert war, hielt jedoch nicht einmal an, fuhr einfach weiter ohne sich um den verletzten Fan zu kümmern.

Die Vorfälle werden nun von der Fanarbeit beim FCL deponiert, welcher diese dann weiter an Genf-Servette leiten muss. Die Genfer Polizei nahm auf Anfrage von Radio Pilatus bislang keine Stellung. Sie hat die Vorfälle weder bestätigt noch dementiert.

Was Thomas Buchmann weiter zu den Vorfällen rund um das Cup-Spiel sagt gibt es im unten angefügten Interview nach zu hören.

Audiofiles

  1. Thomas Buchmann, Stellenleiter Fanarbeit Luzern, zu den Vorfällen rund um das Cup-Spiel.. Audio: Philipp Breit