"Fans" pfiffen Top-Skorer Seferovic aus

Grosses Unverständnis über die Pfiffe bei seinen Team-Kollegen

Haris Seferovic

Dass sich die Schweiz zum vierten Mal in Serie für eine Fussball-Weltmeisterschaft qualifiziert, ist alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Und das Team hat dafür Lob verdient. Deshalb ist das Unverständnis über die Pfiffe gegen Haris Seferovic gross.

Gewisse Fans im Stadion in Basel benahmen sich ziemlich daneben. Statt sich über den Einsatz des Teams und die bevorstehende WM-Qualifikation zu freuen, pfiffen sie sieben Minuten vor Schluss den Stürmer Haris Seferovic aus, ausgerechnet jenen Spieler, der in der WM-Kampagne mit vier Toren und drei Assists der Topskorer der Schweizer Auswahl war. Es war ein trauriger Moment nach einem derart emotional und hart geführten Duell gegen Nordirland.

"Eigentlich wollten wir feiern, aber zuerst mussten wir ihn trösten."

Granit Xhaka zeigte sich ob der Reaktion des Publikums in Basel schwer enttäuscht: «Das hat Haris echt weh getan. Eigentlich wollten wir nach dem Spiel richtig feiern, aber zuerst mussten wir ihn trösten. Das geht gar nicht, was gewisse Fans hier geboten haben.»

Der Tenor in den Aussagen der Teamkollegen war klar. Zwischen den Zeilen mag man vielleicht herausgehört haben, dass Seferovics Effizienz hätte besser sein können. Die vielen gelaufenen Kilometer auf dem schwer zu bespielenden Terrain und die einmal mehr mannschaftsdienliche Leistung des Benfica-Stürmers verdienten aber - nicht nur teamintern - grosse Anerkennung.

Der direkt Betroffene zog es vor, keine Stellung zu beziehen. Seferovic, der beim Verlassen des Feldes nach 83 Minuten still vor sich hin fluchte und ebenso wenig Verständnis für die Situation aufbrachte wie der Rest des Teams, zog mit gesenktem Blick und weit ins Gesicht gezogener Kapuze Richtung Teambus.

Audiofiles

  1. WM-Barrage: Pfiffe gegen Haris Seferovic. Audio: Liliane Küng / David Nadig
  2. WM-Barrage: Die Schweiz ist für die Endrunde in Russland qualifiziert. Audio: Liliane Küng
  3. WM-Barrage: Ein 0:0 im Rückspiel gegen Nordirland genügte der Schweiz für die WM-Qualifikation. Audio: Liliane Küng / David Nadig