Forscher rechnen mit mehr klimabedingten Todesfällen

Betroffen ist auch die Schweiz

Der Wüstenfotograf Michael Martin hat auf seinen Reisen spektakuläre Bilder gemacht.

Geht der Klimawandel weiter, müssen viele Weltregionen mit deutlich mehr Todesfällen wegen Temperaturschwankungen rechnen. Zu diesem Schluss kommt eine internationale Studie, an der auch Forscher aus Basel beteiligt sind. Betroffen sind vor allem Südostasien, Südeuropa und Südamerika.

Mit dem Klimawandel nimmt die Anzahl heisser Tage und Hitzewellen zu. Das führt zu mehr hitzebedingten Todesfällen. Auf der anderen Seite nehmen die kältebedingten Todesfälle nicht ab. Die beiden Effekte gleichen sich unter dem Strich also nicht aus. So lautet das ernüchternde Fazit der Studie, die im Fachblatt "The Lancet Planetary Health" erscheint: Ohne entschiedenen Klimaschutz wird bis zum Ende des 21. Jahrhunderts die gesteigerte Todesrate durch Hitze bei weitem nicht ausgeglichen durch weniger kältebedingte Todesfälle.

Besonders deutlich wird der Anstieg der hitzebedingten Todesfälle in den wärmsten, stark bevölkerten und teilweise ärmsten Weltregionen ausfallen, die ohnehin schon besonders unter den Folgen des Klimawandels leiden, beispielsweise in Südostasien", erklärte Studienautorin Martina Ragettli vom Schweizerischen Tropen- und Public Health-Instituts (Swiss TPH) gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Dort wird die Netto-Todesrate den Berechnungen zufolge um 12,7 Prozent steigen, gefolgt von Südeuropa mit 6,4 Prozent und Südamerika mit 4,6 Prozent. In kälteren Regionen wie Nordeuropa ergaben die Berechnungen hingegen kaum Veränderungen oder höchstens eine geringfügig sinkende Rate.

Auch in Mitteleuropa und damit auch in der Schweiz rechnen die Forscher mit rund 3-einhalb Prozent mehr klimabedingten Todesfällen. Für die Studie nahmen die Forscher fast 90 Millionen Todesfälle aus 23 Ländern unter die Lupe.