Schneesportwoche: Besuch beim Pisten- und Rettungsdienst

Wie man alles daran setzt Unfälle zu verhindern

Carlo Danioth, Pisten- und Rettungschef von Andermatt Carlo Danioth, Pisten- und Rettungschef von Andermatt Carlo Danioth auf einem Pistenfahrzeug. Carlo Danioth auf einem Pistenfahrzeug. Carlo Danioth auf einem Pistenfahrzeug.

Für uneingeschränktes und sicheres Schneevergnügen sind in den Zentralschweizer Bergen hunderte von Frauen und Männer im Einsatz. Wir haben den Pisten- und Rettungschef von Andermatt, Carlo Danioth, zum Interview getroffen. Er und sein Team sind im Skigebiet Andermatt-Sedrun im Bereich Gemsstock bis Oberalppass im Einsatz.

In diesem Gebiet sind sie nicht nur für die Pistenpräparation und Signalisation oder den Rettungsdienst verantwortlich, sondern auch für die technische Beschneiung, Lawinensicherung und die Wartung der Pistenfahrzeuge. Während der Wintersaison hat Danioth für sein Team 40 Vollzeitstellen zur Verfügung, es arbeiten aber auch einige Teilzeit.

Die Wintersaison 17/18 ist eröffnet. Für sichere Pisten ist das Team von Carlo Danioth jeden Tag im Einsatz. Auch die Signalstation muss eingerichtet werden. Da hüpft das Wintersportler-Herz. Traumhafte Bedingungen im Gebiet Andermatt-Sedrun. Wintersportgebiet Andermatt-Sedrun Ski Arena Adnermatt-Sedrun

Job im Rettungsdienst

Wer im Bereich Rettung/Sicherheit arbeiten will, muss ein sehr guter Skifahrer bzw. Snowboarder sein und das auf der Piste wie auch abseits. Man muss flexibel sein, da kein Arbeitstag dem anderen gleicht. So kann der Tag schon mal um 4.00 Uhr morgens beginnen oder erst um Mitternacht aufhören. Es gibt laufend interne, aber auch externe Weiterbildungen.

Ablauf einer Rettungsaktion

Im Falle eines Unfalles wird zuerst Alarm geschlagen. Meist melden sich die Wintersportler direkt bei der Station oder per Telefon bei der Einsatzzentrale (die Nummer steht auf dem Ticket). Nicht wenige informieren aber direkt die Rega und diese dann wieder die Einsatzzentrale des Skigebietes. Von dort aus wird der Einsatz dann koordiniert, ein Patrouilleur macht sich auf zu dem Verletzten und macht dort eine Lage- und Patientenbeurteilung. Je nachdem wird dann die Rega aufgeboten oder man fährt den Patienten mit dem Schlitten ins Tal und bringt ihn von dort aus zum Arzt oder ins Spital.

Häufige Gründe für Unfälle

  • Zu schnelles Tempo
  • Technisches Problem
  • Selbstüberschätzung
  • Fahren abseits der Piste

Tipps zur Unfallverhütung

  • Fahrstill und Tempo laufend an den aktuellen Verhältnissen und der Natur anpassen
  • Regelmässige Kontrolle und Wartung der Wintersportausrüstung
  • Kein Halt an unübersichtlichen Stellen

Natürlich bleibt immer ein Restrisiko, aber mit gesundem Menschenverstand kann man viele Unfälle verhindern. 

Lawinenverbauungen im Gebiet Andermatt-Sedrun

Lawinensicherung

Damit nicht plötzlich eine Lawine die Pisten erreichen und die Wintersportler verletzten kann, macht der Rettungsdienst Andermatt-Sedrun auch diverse Sprengungen. Die Gebiete abseits sichern sie jedoch nicht. Sie weisen die Wintersportler aber darauf hin, sobald sie die offiziellen Pisten verlassen oder stellen die Warnlichter bei Lawinengefahr 3 an. Schlussendlich ist jeder der die Pisten verlässt selber verantwortlich und sollte man mit der Materie Schnee vertraut sein und die passende Ausrüstung dabeihaben.

Abseits der Pisten lauert jedoch nicht nur die Lawinengefahr. In den letzten Jahren kam es auch zu immer mehr Absturzunfällen. Im ungesicherten Gelände reicht eine falsche Bewegung und man fällt mehrere Meter in die Tiefe. 

Weitere Informationen zum Thema gibt es in der Radio Pilatus Schneesportwoche.

Audiofiles

  1. Schneesportwoche: Der Pisten- und Rettungsdienst Teil 1. Audio: Liliane Küng
  2. Schneesportwoche: Der Pisten- und Rettungsdienst Teil 2. Audio: Liliane Küng
  3. Schneesportwoche: Wie man das Unfallrisiko senkt. Audio: Thomas Zesiger