Neue Details zum Vierfachmord von Rupperswil

Angeklagter filmte den Missbrauch des 13-jährigen mit dem Handy

Am Dienstag beginnt der Prozess zum Vierfach-Mord von Rupperswil AG.

Einen Tag vor Beginn des Prozesses zum Vierfachmord von Rupperswil AG hat das Bezirksgericht Lenzburg die Anklageschrift veröffentlicht. Dabei wurden neue schockierende Details bekannt.

Am Morgen des 21. Dezember 2015 verschaffte sich der 34-jährige Täter mithilfe eines gefälschten Briefes Zugang zum Haus der Opferfamilie - er gab sich als Mitarbeiter des Schulpsychologischen Dienstes aus. Der Angeklagte hatte schon länger einen Blick auf den 13-jährigen Sohn geworfen, wie aus der am Montag veröffentlichten Anklageschrift hervorgeht.

Mit zuvor gekauften Sexspielzeugen missbrauchte er den Jugendlichen mehrfach und machte dabei Aufnahmen mit seinem Mobiltelefon. Die Fotos und Filmaufnahmen, welche die sexuellen Handlungen mit dem Jugendlichen zeigen, lud er noch am selben Tag auf seinen Laptop. Wie aus der Anklageschrift weiter hervorgeht, schaute sich der Schweizer seine Aufnahmen immer wieder an – letztmals am 6. Mail 2016. Sechs Tage später wurde er in Aarau verhaftet, 146 Tage nach dem Gewaltverbrechen.

Bei den Opfern des brutalen Vierfachmordes handelt es sich um eine 48-jährige Frau, deren Söhne im Alter von 13 und 19 Jahren sowie um die 21-jährige Freundin des älteren Sohnes. Gemäss Anklageschrift tötete der Angeklagte zunächst den 19-jährigen, dann dessen Freundin und die 48-jährige Frau. Zuletzt brachte er den 13-jährigen um. Die Tatwaffe war ein zuvor gekauftes Messer, mit dem er den Opfern die Kehle durchschnitt.  Um die Spuren zu verwischen, setzte er nach seiner Tat das Haus in Brand.

Weitergelebt, als wäre nichts gewesen
Nach dem Gewaltverbrechen war der Mann nach Hause gegangen. Er wohnte bei seiner Mutter in der Nähe des Tatorts in Rupperswil. Während die Feuerwehr versuchte, den Brand zu löschen, duschte er. Im Laufe des Nachmittags machte er mit seiner Mutter einen Spaziergang mit seinen Hunden. Am Abend ging er mit zwei Kollegen nach Zürich in den Ausgang. Das Geld, welches die Frau an zwei Bancomaten abgehoben hatte, verwendete er für das Nachtessen in Zürich am Tag des Verbrechens, für Tierarztrechnungen und Krankenkassenprämien. Zudem finanzierte er seiner Mutter zum 60. Geburtstag eine Reise nach Paris.

Der Angeklagte hatte bereits weitere Taten geplant und auch schon konkrete Opfer im Visier. Der Prozess zum Vierfach-Mord von Rupperswil beginnt morgen und dauert voraussichtlich 4 Tage.