Wildes Huhn gewinnt für Israel den Eurovision Song Contest

Schweiz nicht im Finale dabei

Netta aus Isreal gewinnt den Eurovision Song Contest 2018 in Lissabon. Die Schweiz mit Zibbz konnte sich nicht für den Final qualifizieren.

Der ukraischie Künstler Melovin eröffnete die grosse Finalshow zum Eurovision Song Contest 2018. Bereits bei seiner Performance wurde klar: an diesem Abend gibt es wieder viel zu sehen. Melovin z.b. stieg aus einem Sarg in Form eines Klaviers, bereits bei Startnummer 2 - Amaia und Alfred aus Spanien - wurde es dann romantisch bevor als drittes der persönliche Favorit von Zibbz auf die Bühne trat: Lea Sirk aus Slovenien.

Die Sängerin aus Estland glänzte mit einem überdimensionalen Kleid (Kosten Fr. 70'000.-), Deutschland mit einem Mick Hucknall-Double (Simply Red), Tschechien schickte einen Schul-Buben mit Rucksack ins Rennen, Schweden versuchte es mit dem Mädchenschwarm Benjamin Ingrosso und Zypern mit dem Beyonce-Verschnitt Eleni, doch alle kamen sie nicht an dem gackernden Huhn Netta aus Israel vorbei, die mit ihrem Song zur MeToo-Bewegung Fans und Jury begeistern konnte.

Die Schweiz
Das Geschwister-Duo Zibbz aus Gisikon-Root konnte sich am Dienstag trotz toller Leistung nicht für den Final qualifizieren. Co und Stee zeigten sich nach ihrem energetischen Auftritt enttäuscht über ihr Ausscheiden (Radio Pilatus berichtete). Die beiden brauchten einige Tage um die Niederalge zu verdauen, machten einen Segelturn, feierten bis tief in die Nacht und schauten den zweiten Halbfinal mit ihren neuen Freunden aus Island und Tschechien (im Finale mit dabei). Zibbz haben den Final von Samstagnacht übrigens nicht in der Arena sondern im eigenen Hotel geschaut - und schenkten ihre Tickets Schweizer Journalisten. Die Schweiz war im Finale aber trotzdem vertreten und zwar in der Person von Yves Cueni. Der Zürcher Tänzer stand mit der Finnischen Interpretin Saara Aalto auf der Bühne. 

Die Aufreger
Bei der Englischen Sängerin Surie hat ein Mann mit roten Hut und Rucksack die Bühne gestürmt und ihr das Mikrofon entrissen - die Sängerin kam kurz aus dem Konzept, machte dann aber unbekümmert weiter und schien gar noch angestachelt durch diesen Zwischenfall. Die Regeln sehen vor, dass jemand nochmal auftreten darf, wenn er seinen Song nicht komplett performen kann. Surie hat dieses Angebot allerdings abgelehnt und sagte, sie sei zufrieden gewesen mit ihrem Auftritt und möchte keine zweite Chance: China durfte den Eurovision-Final nicht am TV ausstrahlen. Dies weil sie im Halbfinal gleich mehrere Auftritte zensiert haben - der albanische Beitrag mit dem tätowierten Sänger Eugent Bushpepa fiel ebenso der Zensur zum Opfer wie der Beitrag Irlands, in dem zwei Männer miteinander tanzen. Im Publikum geschwenkte Regenbogenflaggen (bei Zibbz zu sehen), ein beliebtes Symbol der Homosexuellen-Community, verpixelte der Chinesische TV-Sender. Darauf hin hat die European Broadcasting Union (EBU), der Senderverbund, der den Eurovision Song Contest produziert, die Zusammenarbeit mit Mango TV sofort eingestellt. Eine Zensur der Beiträge sei nicht konform mit den Werten von «Universalität und Inklusivität, unserer stolzen Tradition, Vielfalt durch Musik zu feiern». Tatsächlich ist der ESC gerade unter Schwulen sehr beliebt.

Audiofiles

  1. Israel gewinnt den Eurovision Song Contest. Audio: Damian Betschart
  2. Eurovision Song Contest: Die Fans feierten Netta, die Siegerin aus Israel. Audio: Roman Unternährer