Der Schutz des Wolfes wird gelockert

Linke bezeichnen Revision als Abschussgesetz

Der Bundesrat will den Schutz des Wolfes lockern.

Eine linke Minderheit im Ständerat ist am Dienstagvormittag mit ihrem Antrag gescheitert, das Jagdgesetz an den Bundesrat zurückzuweisen. Schon vor der Detailberatung war klar: Der Schutz von Wolf, Luchs und Biber wird gelockert. Ein Referendum steht im Raum.

Der Umgang mit dem Wolf gibt im Parlament seit Jahren zu reden. Wie erwartet, wurde bereits die Eintretensdebatte in der kleinen Kammer emotional geführt. Während zweieinhalb Stunden ging es oft um grundsätzliche Fragen, bei denen verschiedene Ideologien aufeinandertrafen. So hatte Kommissionssprecher Roland Eberle (SVP/TG) zu Beginn an seine Ratskollegen appelliert: "Wir müssen ein sehr emotionales Thema versachlichen." Das geltende Jagdgesetz aus dem Jahr 1988 müsse an die neuen Gegebenheiten angepasst werden. Es gehe hier nicht um die Ausrottung von Tieren.

Linke bezeichnen Revision als Abschussgesetz

Das sahen die linken Ständeräte anders. Die Vorlage in der vorliegenden Form sei ein "reines Abschussgesetz", kritisierten sie. Stattdessen sollte das Gesetz aus ihrer Sicht an den Bundesrat zurückgewiesen werden mit dem Auftrag, eine Revision vorzulegen, "welche in ausgewogenem Masse die Notwendigkeit zusätzlicher Tierschutzmassnahmen berücksichtigt und gleichzeitig die Regulierung bestimmter Arten ermöglicht". Beat Rieder (CVP/VS) konterte die Kritik von Links-Grün. "Die Hysterie von Umweltverbänden ist fehl am Platz." Flora und Fauna seien gerade im Wallis durch die Revision des Jagdgesetzes nicht bedroht. Auch wollte Rieder nichts davon wissen, dass Wildtiere generell am Pranger stünden.

Der Rückweisungsantrag scheiterte schliesslich erwartungsgemäss deutlich - mit 29 zu 14 Stimmen. Nun beugt sich der Ständerat über verschiedene Details der Vorlage. Erst danach wird ersichtlich sein, wie jagd- respektive umweltfreundlich das Gesetz ausgestaltet wird.

Quelle: sda