Kroatien nach 2:1 gegen England im WM-Final

Den entscheidenden Treffer erzielte Mandzukic in der Verlängerung

Das Public Viewing beim Hotel Schweizerhof. Das Public Viewing beim Hotel Schweizerhof. WM-Halbfinale England-Kroatien WM-Halbfinale England-Kroatien

Kroatien qualifiziert sich erstmals für einen WM-Final. Die Kroaten setzen sich gegen England nach Verlängerung mit 2:1 durch und spielen am Sonntag gegen Frankreich um den Titel.

Der entscheidende Treffer im zweiten Halbfinal gelang Mario Mandzukic in der 109. Minute. Nach der regulären Spielzeit hatte es im Moskauer Luschniki-Stadion 1:1 gestanden. Die Engländer gingen durch einen Freistoss von Kieran Trippier in der 4. Minute in Führung. Den Ausgleich erzielte Ivan Perisic in der 68. Minute. Der Juve-Altmeister Mario Mandzukic schiesst Kroatien mit seinem goldenen 2:1 gegen England in der 109. Minute erstmals in den WM Final.

Kroatiens WM-Story als Wunder

Die kroatische WM-Story ist ein mittleres Wunder. Eine Nation mit etwas mehr als vier Millionen Einwohnern, ein Land mit verhältnismässig überschaubaren Fussball-Ressourcen, aber beseelt von der früheren jugoslawischen Ballkünstler-Vergangenheit spielt erstmals in seiner knapp 26-jährigen Verbandsgeschichte um den prestigeträchtigsten WM-Titel aller Teamsportarten.

Mittendrin - Ivan Rakitic

Mittendrin steht einer, der bis im März 2007 das Leibchen der Schweizer U21-Auswahl getragen hat und beim FC Basel ausgebildet worden ist: Ivan Rakitic, seit dem letzten WM-Sommer in Barcelona zum Weltstar aufgestiegen. Zusammen mit Modric, Torschütze Perisic und Co. führte der Mittelfeldspieler die in der zweiten Hälfte teilweise berauschenden Kroaten zum grössten Coup der Balkan-Republik. Lob gebührt auch dem Coach der Final-Debütanten. Zlatko Dalic, während Jahren in den Vereinigten Arabischen Emiraten beschäftigt, galt im Turniervorfeld als klassischer No-Name. Der weitgehend Unbekannte steht erst seit den jüngsten Unruhen innerhalb des Teams im letzten Herbst an der Spitze - und er führte die vorübergehend schlingernde Equipe via Playoffs ungeschlagen ins letzte Spiel der Endrunde.

Aus der Traum für England

Für England hingegen endete der Traum von der Rückkehr an die internationale Spitze. Die jüngste Stammformation des Turniers bezahlte in der wichtigsten Partie seit 1990 für ihren zu frühen Rückzug nach dem brillanten Auftakt mit dem wunderbaren Freistosstor Trippiers (5.) einen hohen Preis; sie liess gegen einen leidenschaftlichen, aber nicht höher dotierten Kontrahenten den Umschwung zu und sich in der 109. Minute endgültig abdrängen.