Hitzewelle: Bauern unternehmen zu wenig

Bauernverband fordert zum Handeln auf

Die Schweizer Bauern sind nicht genug auf trockene Sommer wie im diesen Jahr vorbereitet.

Die Bauern sind nicht auf eine Hitzewelle wie aktuell vorbereitet. Trotz Warnung des Bundes haben sie in den vergangenen Jahren zu wenig unternommen. Das muss auch der Bauernverband zugeben, wie der Tagesanzeiger berichtet.

In einem Strategiepapier von 2012 warnte der Bund die Bauern bereits. Hitzesommer wie aktuell gibt es künftig häufiger und der Niederschlag wird unregelmässiger verteilt sein, heisst es darin. Viel unternommen haben die Bauern trotzdem nicht, wie der Bauernverband gegenüber dem Tagesanzeiger zugibt. Zwar sei die Bewässerung an vielen Orten sparsamer geworden, etwa bei der Auswahl der Obst-Sorten seien die Landwirte aber noch zu passiv.

Wegen der Trockenheit dürfte es etwa bei Kartoffeln, Zuckerrüben oder Mais grosse Ernteausfälle geben. Deshalb sollten die Bauern Sorten anpflanzen, welche robuster gegen Hitze und Trockenheit sind. Genau damit tun sich die Bauern bislang aber noch sehr schwer. Die Hitze würde in gewissen Bereichen der Landwirtschaft aber auch helfen. Aprikosen und Tomaten gebe es beispielsweise in diesem Jahr wohl sehr viele.

Winzer sind Vorreiter

Eine Vorreiter-Rolle bei der Umstellung auf robustere Sorten hätten dabei die Winzer eingenommen. Viele hätten schon jetzt auf neue Rebsorten gesetzt. Bei den Bauern hingegen habe sich gezeigt, dass viele nicht für das Thema Klimawandel sensibilisiert sind, so eine Expertin gegenüber dem Tagesanzeiger.

Nur wenige sind versichert

Weil solche trockenen Sommer künftig wohl zur Regel werden, erwartet der Bund, dass die Bauern reagieren. Helfen würde vielen auch eine Versicherung gegen Trockenheit. Schweizweit gibt es eine solche Versicherung seit 2013. Sie ist in der teuersten Variante der Ernteversicherung der Schweizer Hagelversicherung enthalten. Im Kanton Zürich kostet sie pro Hektare und Jahr beispielsweise 120 Franken.

Solche Versicherungen waren dann in den vergangenen Jahren auch immer häufiger gefragt. Von 2015 bis 2018 hat die Zahl der Policen gemäss der Hagelversicherung um 192 Prozent zugenommen. Dennoch haben weiterhin nur die wenigsten Bauern eine solche Versicherung. In der Schweiz sind nur 12 Prozent der Ackerflächen versichert.

«Die Abdeckung ist zu tief», sagt der Bauernverband. Ergänzt jedoch, dass die Versicherung für viele Landwirte zu wenig attraktiv sei. Der Bund will deswegen nun alternative Versicherungsmodelle prüfen.