Fusion dreier Zentralschweizer Tourismusgebiete?

Eine Machbarkeitsstudie soll dies nun prüfen

Winterplausch (Symbolbild)

Die drei Tourismusgebiete Engelberg-Titlis, Melchsee-Frutt sowie Meiringen Hasliberg prüfen einen Zusammenschluss. Eine Machbarkeitsstudie soll nun aufzeigen, wie die drei Gebiete zu einer Erlebnisregion werden sollen.

Auslöser für die Idee ist der Kanton Obwalden. Dieser hat eine entsprechende Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Die drei Bergbahnen, die von einem Zusammenschluss betroffen wären, befürworten aber die Abklärungen zu einer gemeinsamen nachhaltigen Entwicklung und unterstützen die Studie mit 100'000 Franken sowie Eigenleistungen, wie der Kanton Obwalden mitteilte. Die Studie soll 2021 vorliegen.

Prüfung einer Fusion

Sie soll die Machbarkeit einer Verbindung aufzeigen und einen Beitrag zur Konsensfindung zwischen den Interessengruppen leisten. Eine Masterarbeit der Hochschule Luzern (HSLU) zu dem Thema war nämlich zum Schluss gekommen, dass bei den betroffenen Akteuren derzeit kein genügender Konsens bestehe für einen Zusammenschluss.

Idee ist bereits 15 Jahre alt

15 Jahre alt ist die Idee einer Verbindung der Tourismusgebiete Melchsee-Frutt, Titlis und Hasliberg. Ende 2003 hatten vier Bergbahnen in der Zentralschweiz und im Berner Oberland angekündigt, man wolle sich zum neuen "Schneeparadies Hasliberg-Titlis" zusammenschliessen. Mit 51 Transportanlagen und 210 Kilometern Skipisten würde das Gebiet zu den grösseren der Alpen zählen. 60 Millionen Franken sollten investiert werden.

Opposition gegen Zusammenschluss

Doch bereits 2004 kamen rund 10'000 Unterschriften gegen das Projekt zusammenkamen, auch aus Bedenken wegen des Naturschutzes. Erst im Mai dieses Jahres bemängelte die SP im Obwaldner Kantonsrat, dass das Projekt nicht ad acta gelegt werde. Aufgrund des Bekenntnisses der Bergbahnen und der strategischen sowie volkswirtschaftlichen Bedeutung des Tourismus für den Kanton Obwalden habe die Regierung das Volkswirtschaftsdepartement beauftragt, eine Studie zu erstellen. Neben dem Beitrag der Bahnen wird sie mit 100'000 Franken Bundesbeitrag finanziert. Der Kanton Bern steuert 30'000 Franken bei, Nidwalden 10'000 und Obwalden maximal 60'000 Franken.

Unterschied zur Idee vor 15 Jahren

In der Studie sollen Fakten und Bedürfnisse der verschiedenen Anspruchsgruppen zusammengetragen und analysiert werden. "Im Gegensatz zum Zusammenschlussprojekt Schneeparadies werden alle Anspruchsgruppen in den Prozess einbezogen", hält die Obwaldner Regierung fest. Zudem würden unterschiedliche Verbindungsvarianten auf die technische Realisierbarkeit und Umweltverträglichkeit hin ergebnisoffen geprüft.

Audiofiles

  1. Studie will Fusion der Tourismusgebiete prüfen. Audio: Thomas Zesiger / Fabian Kreienbühl
  2. Kanton Obwalden will mögliche Zusammenarbeit zwischen drei Zentralschweizer Tourismusgebiete prüfen. Audio: Carmen Zettel