LU: Verwaltung soll moderner kommunizieren

Regierung hat für neue Kommunikationsmittel 18 Millionen Franken beantragt

Die Luzerner Regierung fordert bis ins Jahr 2020 digitale Kommunikationsmittel für die Kantonsverwaltung und die Gerichte.

Die Luzerner Kantonsverwaltung und die Gerichte sollen sich von den traditionellen Telefonen verabschieden. Der Regierungsrat beantragt einen Sonderkredit von 18 Millionen Franken für eine integrierte Kommunikations- und Kollaborationslösung. Diese soll Einsparungen bringen.

Heute kommunizieren die Kantonsangestellten über E-Mail, Intranet und traditionelle Telefonie. Letztere Infrastruktur stammt aus den 1990er-Jahren. Sie sei am Ende ihres Lebenszyklus' angelangt und erfülle die Anforderungen eines digitalen Kantons nicht, schreibt die Regierung in einem Bericht und Antrag ans Parlament, den sie am Dienstag veröffentlichte. Mit den integrierten Kommunikations- und Kollaborationslösungen, auch unter dem Begriff UCC (Unified Communication and Collaboration) bekannt, stünden geeignete Werkzeuge zur Abdeckung der neuen digitalen Bedürfnisse zur Verfügung. Diese will der Kanton von der Firma Sunrise Communications kaufen und betreiben lassen. Das System soll ab Mitte 2020 in den Rechenzentren des Kantons Luzern betrieben werden.

Vor allem für neues Verwaltungsgebäude in Emmen

Die Neuerung sei eine wichtige Voraussetzung für das zentrale Verwaltungsgebäude am Seetalplatz in Emmen, schreibt die Regierung. Denn im geplanten Bau für 1300 Mitarbeitende mit einem Open-Space-Bürokonzept werde es ein traditionelles Telefon auf dem Pult nicht mehr geben. Mit der UCC-Lösung dagegen können die Mitarbeitenden an jedem beliebigen Ort arbeiten.

Weniger Reisen und Einsparungen

Auch stehen neue Werkzeuge zur Verfügung wie Videokonferenz, Online-Meeting, Desktop-Sharing, gemeinsames Bearbeiten von Dokumenten und virtuelle Arbeitsräume. Die für Konferenzen aufzuwendenden Reisezeiten und Reisekosten könnten damit zum Teil vermieden werden. Ohne Medienbrüche würden die Verwaltungsmitarbeitenden ihre Geschäfte zudem effizienter und schneller bearbeiten. Die Regierung rechnet daher mit jährlichen Einsparungen von 3 Millionen Franken. Dies kompensiere die Betriebskosten, die künftig mit rund 1 Million Franken mehr als doppelt so hoch ausfallen wie heute.

Für die einmalige Investition für die Einführung des neuen Systems beantragt die Regierung 8,4 Millionen Franken. Die wiederkehrenden Kosten für den Betrieb über neun Jahre belaufen sich auf 9,6 Millionen Franken.

(Quelle: sda)