Missbrauchsfall erschüttert Behinderten-Institutionen

Das Schwyzer Strafgericht hat den Betreuer zu 7 Jahren Gefängnis verurteilt

Der Fall eines Betreuers, der sich an Bewohnern einer betreuten Wohngemeinschaft im Kanton Schwyz sexuell vergangen haben soll, erschüttert. Laut Bericht des Boten der Urschweiz hat das Schwyzer Strafgericht ihn am Dienstag zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt. 

Der 40-jährige Betreuer einer Wohngruppe der BSZ Stiftung für Menschen mit Beeinträchtigung im Kanton Schwyz hat von 2012 bis 2015 fünf Menschen mit Behinderung sexuell missbraucht, dies berichtet der Bote der Urschweiz. Dass der Fall so lange unbemerkt geblieben ist, schockiert.

Individuelle Massnahmen der Institutionen

Der Fall macht betroffen. Mehr staatliche Regulierungen seien aber nicht die Lösung, um solche Übergriffe wie im Kanton Schwyz zu verhindern. Luitgardis Sonderegger, Direktorin der Stiftung für Menschen mit körperlicher Behinderung "Rodtegg" Luzern gegenüber Tele1 und Radio Pilatus: "Jede Institution tickt ein wenig anders, hat eine andere Klientel und andere Kulturen. Schlussendlich muss man schauen, dass es für einen stimmt, dass es die eigene Kultur ist. Der Staat kann nur Minimal-Standards festlegen." 

Gefängnisstraffe, Busse und Berufsverbot

Laut Bericht des Boten der Urschweiz hat das Schwyzer Strafgericht den Betreuer am Dienstag wegen sexueller Nötigung und Schädigung zu sieben Jahren Gefängnis, einer Geldstrafe und 10 Jahren Berufsverbot verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig und kann ans Kantonsgericht weitergezogen werden.

Audiofiles

  1. Der Missbrauchsfall aus dem Kanton Schwyz erschüttert Behinderten-Institutionen. Audio: Yanik Probst, Radio Pilatus AG