Luzerner Stadtregierung investiert in frühe Sprachförderung

Fremdsprachige Kinder sollen schon mit drei Jahren Deutsch lernen

Bereits im Alter von drei Jahren sollen fremdsprachige Kinder in der Stadt Luzern Deutsch lernen. Um Kinder mit ungenügenden Deutschkenntnissen früh zu erkennen, werden die Eltern aufgefordert, einen Fragebogen auszufüllen. Für die Finanzierung der frühen Sprachförderung hat die Luzerner Stadtregierung dem Parlament einen Kredit von rund 1,9 Millionen Franken beantragt.

Die Investitionen in die frühe Förderung seien Investitionen in die Zukunft, schrieb die Luzerner Stadtregierung am Dienstag in einem Bericht und zugleich Antrag ans Parlament. Kurzfristig werde die Volksschule profitieren, weil die Kinder beim Schuleintritt bereits Deutschkenntnisse erworben haben und in den Spielgruppen und Kitas soziale Erfahrungen sammeln konnten. Mittel- und langfristig profitiere die Gesellschaft, denn so könne das Risiko der sozialen Ausgrenzung von Erwachsenen vermindert werden.

Kantonale Gesetzesrevision 2016

Die Luzerner Stadtregierung möchte Kinder mit einer anderen Muttersprache als Deutsch systematisch erfassen und ihnen ein frühes Sprachförderprogramm ermöglichen. Sowie es auch das 2016 revidierte kantonale Gesetz über die Volksschulbildung vorsieht. Demnach sollen die Gemeinden finanzielle Beiträge erhalten, die spezifische Massnahmen zur frühen Sprachförderung vorsehen. Bisher haben Gemeinden wie Emmen, Horw, Root, Sursee, Triengen und Nebikon mit der Umsetzung der Sprachförderung begonnen.

Sprachförderung ab drei Jahren

Die Sprachkompetenz der Kinder wird mit einem von den Eltern ausgefüllten Fragebogen erhoben. 18 Monate vor Schuleintritt, damit die Kinder mit ungenügenden Deutschkenntnissen früh erkannt werden. Die Luzerner Stadtregierung will mit der Sprachförderung bereits im Alter von drei Jahren beginnen, beim Eintritt in die Spielgruppe.

Finanzielle Unterstützung von Kanton und Gemeinden

Zeigt die Auswertung des Elternfragebogens einen Bedarf an Sprachförderung, soll das Kind mit finanzieller Unterstützung von Kanton, Gemeinden und Eigenleistungen der Eltern ein regelmässiges Sprachförderangebot besuchen. Konkret soll das Kind dann mindestens ein Jahr eine Spielgruppe besuchen, sieht der Kanton Luzern vor.

Ein Drittel der Kinder benötigen Sprachförderung

Die Luzerner Stadtregierung geht davon aus, dass rund ein Drittel der dreijährigen Kinder einen Bedarf an früher Sprachförderung haben wird. Dies zeigten Erfahrungen aus dem Kanton Basel-Stadt und der Gemeinde Emmen. Für die Umsetzung der frühen Sprachförderung in den ersten zehn Jahren, beantragte der Stadtrat dem Parlament einen Sonderkredit von rund 1,9 Millionen Franken.

(Quelle: sda)

Luzerner Stadtrat will Sprache schon vor dem Schuleintritt fördern (Symbolbild).