First Responder - Retter in Not

Im Kanton Obwalden gibt es den Verein als Unterstützung der Rettungskräfte

Im Kanton Obwalden gibt es seit zehn Jahren den Verein «Herz für Obwalden». Freiwillige, also sogenannte First Responder, stellen sich zur Verfügung bei einem Notfall erste Hilfe vor Ort zu leisten bis der Krankenwagen eintrifft. Nun soll dieses System auch in den anderen Zentralschweizer Kantonen angewendet werden.

Seit 2009 gibt es im Kanton Obwalden die sogenannten "First Responder". Was klein in Lungern begann ist mittlerweile in fast allen Obwaldner Gemeinden der Fall. Ihr Ziel ist es, Menschen die ein medizinisches Problem haben erstzuversorgen und Zeit, die der Rettungsdienst braucht um in die Randregionen zu kommen zu überbrücken. Denn zum Beispiel im Falle eines Herzinfarktes zählt jede Sekunde. Die First Responder in Obwalden sind in vielen Gemeinden organisiert, dass wenn ein Notruf über die Nummer 144 reinkommt, dieser automatisch an die First Responder, welche sich in der Postleitzahl-Region des Patienten befinden, weitergeleitet wird. Diese organisieren sich dann untereinander wer gehen kann. Momentan sind es etwa 160 freiwillige Ersthelfer, welche im Einsatz sind.

So funktioniert das System

Sobald bei der Notfallnummer 144 ein Anruf mit Verdacht auf Herzstillstand eingeht, werden nebst der Ambulanz auch die First Responder über eine speziell entwickelte App oder SMS alarmiert. Allen First Respondern, die sich in der Nähe des Notfalls aufhalten, wird so genau angezeigt, wo ihre Hilfe benötigt wird.

Jede Minute zählt

Mit diesem System konnte schon vielen Menschen in den letzten 10 Jahren geholfen werden. Der Ersthelfer Martin Halter macht den Freiwilligeneinsatz aus mehreren Gründen: «Erstens natürlich um den Menschen zu helfen. Andererseits ist Lungern, mein Wohnort, eher abgelegen. Darum braucht der Krankenwagen manchmal um die 15 Minuten, bis er vor Ort ist.» Martin Halter könne aber je nach dem schon nach fünf Minuten vor Ort sein, was lebensrettend für den Verletzten sein kann. Darum findet er das eine sehr gute Sache und engagiert sich gerne für die Gesellschaft, wie er gegenüber Radio Pilatus und Tele 1 sagt.

Dankbarkeit ist gross

Ein Geretteter ist Sepp Gasser. Er überlebte im letzten Jahr dank einem Fist Responder einen Herzinfarkt. «Ich bin sehr dankbar. Der Ersthelfer war innert drei Minuten vor Ort und ohne ihn, würde ich heute nicht mehr leben.», sagt er gegenüber Radio Pilatus und Tele 1. Diese Dankbarkeit spürt auch die Mitgründerin des Vereins Sandra Schallberger. Denn seit dem Beginn 2009 konnte schon vielen Menschen das Leben gerettet werden. Da macht man auch gerne mal ein paar Überstunden, sagt sie.

Reine Freiwilligenarbeit

First Responder machen ihren Einsatz freiwillig und unentgeltlich. Um Professionalität zu gewährleisten absolvieren sie unter dem Jahr Weiterbildungskurse. Der Verein hofft, dass es die First Responder in Zukunft nicht nur noch in Obwalden gibt. In gewissen Zentralschweizer Kantonen gibt es zwar die Ersthelfer auch schon - wie zum Beispiel in Zug oder Schwyz. Jedoch ist es das Ziel, das Angebot weiter auszubauen, flächenmässig und auch in der gesamten Zentralschweiz.