Vor dem Abgang von Bischof Huonder

Kantonalkirche Schwyz wünscht sich einen liberalen Nachfolger

Screenshot Tele1

Zwölf Jahre lang war er Bischof des Bistums Chur - nach Ostern läuft seine Amtszeit aus: Bischof Vitus Huonder. Der bald 77-jährige hinterlässt kein einfaches Erbe. Die Kirche spricht von einem Vertrauensverlust und von einem tiefen Graben, den der neue Bischof überwinden muss.

Immer wieder geriet Bischof Vitus Huonder in die Schlagzeilen, unter anderem wegen seinen Ansichten zu Homosexualität, Schwangerschaftsabbruch oder Verhütung. Nun läuft die Amtszeit des Churers aus und im Bistum wird die Frage seines Nachfolgers diskutiert. Bei der Kantonalkirche Schwyz, die zum Bistum Chur gehört, wünscht man sich einen liberalen Bischof, der es versteht, Gräben zu schliessen, statt zu vertiefen. Welche Namen konkret auf der Kandidatenliste stehen, ist nicht bekannt.

Wie läuft die Bischofswahl ab?
Der amtierende Bischof kann laufend in Rom Namen für einen potentiellen Nachfolger platzieren. Im Vorfeld konsultiert der Nuntius, der Botschafter des Heiligen Stuhls in der Schweiz, ausgewählte Personen der katholischen Kirchen aus dem Bistum. Eine Auswahl aller eingegangenen Vorschläge schickt der Nuntius nach Rom. Da erstellt die Bischofskongregation eine Dreierliste, aus denen dann das Churer Domkapitel den Bischof wählen kann. Nach welchen Kriterien diese Liste in Rom erstellt wird, ist nicht klar, der Präsident der Kantonalkirche Schwyz, Werner Inderbitzin, beschreibt darum den Auswahlprozess als "Black Box".