Weniger wegwerfen ist möglich

Viele Produkte sind nach Ablauf des Verfallsdatums noch gut

Mehr als 30 Prozent oder 2,3 Millionen Tonnen Lebensmittel werden in der Schweiz jedes Jahr weggeworfen. Und das, obwohl man sie noch essen könnte. Der Konsumentenschutz ist der Meinung, dass unter anderem die Angabe «Verkaufen bis» in Verbindung mit «Mindestens haltbar bis» für Verwirrung sorge. Ein Datum auf den Verpackungen reiche aus. Aber nicht nur der Detailhandel, sondern auch die Politik sei gefragt, das Thema «Lebensmittelverschwendung» anzugehen. 

Eine Lastwagenkolonne von Zürich bis nach Madrid: So viele Lastwagen bräuchte es, um alle Lebensmittel, die in der Schweiz jährlich verschwendet werden, zu transportieren. Die Konsumentenschützer sind der Meinung, dass häufig langhaltbare Lebensmittel wie Teigwaren oder Salz entsorgt werden, die man noch lange über das Verfallsdatum hinaus konsumieren könnte.

Konsumentinnen und Konsumenten seien häufig verwirrt wegen der Angabe "Verkaufen bis". Diese nütze nichts und werde oft mit dem Ablaufdatum verwechselt, so Prisca Birrer-Heimo, Präsidentin der Schweizer Stiftung für Konsumentenschutz, gegenüber Tele 1 und Radio Pilatus. 

Verfallsdaten sind wichtig für Detailhändler

Einige Händler sind der Meinung, man könne nicht auf Ablaufdaten verzichten. Dadurch könne man Verkaufsfristen einfach überprüfen. Wie die Mediensprecherin der Genossenschaft Migros Luzern gegenüber Tele 1 und Radio Pilatus sagte, müsse die Migros schliesslich sicherstellen, dass die Lebensmittel qualitativ einwandfrei sind. Nach Ablauf der Verkaufsfrist würden die Produkte dann günstiger abgegeben oder gar an gemeinnützige Einrichtungen verschenkt.

Auch die Politik ist gefragt 

Aber nicht nur der Detailhandel, sondern auch die Politik ist gefragt. Der Bundesrat beispielsweise hat den Auftrag, einen Aktionsplan gegen Lebensmittelverschwendung zu entwickeln. Dabei dürfte wohl auch die Datierung der Lebensmittel ein Thema sein.

Audiofiles

  1. Der Konsumentenschutz fordert nur noch ein Datum auf den Lebensmittelverpackungen. Audio: Sophie Müller, Radio Pilatus AG