Illusionen handgemacht

Ausstellung "Sehwunder" im Bourbaki-Panorama

Virtual Reality, CGI und Hollywood - heutzutage werden Illusionen immer aufwendiger mit dem Computer gemacht. Vor mehr als 200 Jahren liessen sich die Menschen genauso gerne durch Illusionen in fremde Welten entführen. Die Tüftler und Künstler von damals hatten aber keinen Computer. Sie mussten das Auge auf andere Art täuschen. Die Ausstellung "Sehwunder" im Bourbaki-Panorama in Luzern zeigt jetzt einige von diesen Wundermaschinen.

Bevor die Bilder laufen lernten, waren riesige Panoramabilder Publikumsmagnete. Auch heute noch erfreut das Bourbaki-Panorama mit seiner 360-Grad-Umsicht und der Geräuschkulisse die Besucher und versetzt sie in eine andere Welt und Zeit. Dieser Effekt hat sich kürzlich besonders deutlich gezeigt, als eine ältere Dame, die als Kind schon mal das Bourbaki-Panorama beschaute, fragte, warum sich der Bahnwagon nicht mehr bewege. Laut Museumsleiterin Irène Cramm hat sich der Wagon noch nie bewegt. Das Bourbaki-Panorama muss auf die Dame als Kind einen solch realistischen Eindruck gehabt haben, dass sich die Bahn in ihrer Erinnerung bewegte. 

Geschichten im Kasten

Etwa zur gleichen Zeit wie die grossen Panoramen, sind die Dioramen entstanden. In der Ausstellung "Sehwunder" hat die Künstlergruppe "Seico" gegenwärtige Themen genommen. Aber auch ihre Dioramen benutzen die gleichen Techniken wie anno dazumal, um ihre Geschichten zu erzählen. Erst viel später haben die Bilder laufen gelernt. 1877 hat der französische Erfinder Chales-Émile Reynaud das Praxinoskop zum ersten Mal vorgestellt. Nur ein Jahr später ist in England der erste Film, so wie wir ihn kennen, belichtet worden.

Die Ausstellung "Sehwunder" läuft noch bis zum 1. Dezember 2019.

Laterna Magica (Detail)