Versäumnisse im Kampf gegen Pädo-Kriminelle

In der Schweiz gibt es bei der Pädophilie im Internet Ermittlungslücken

Die Polizeikorps haben Anzeigen zu Pädo-Kriminellen im Internet jahrelang nicht bearbeitet.

Den Polizeikorps fehlt es an Ressourcen, um gegen Pädo-Kriminelle zu kämpfen. Es gibt Lücken bei den Ermittlungen. Dies berichtet der «SonntagsBlick» unter Berufung auf einen vertraulichen Bericht des Bundesamtes für Polizei (Fedpol) aus dem laufenden Jahr.

Im Kampf gegen Pädo-Kriminelle im virtuellen Raum ist es in der Schweiz zu erheblichen Ermittlungslücken beim Bund und den Kantonen gekommen. In der internen Analyse heisst es demnach, dass verschiedene Polizeikorps «aufgrund der lokalen Prioritätensetzung über mehrere Jahre sämtliche pädokriminelle Internetfälle zurückstellen mussten und sich bei der Bearbeitung von Anzeigen in einem kaum mehr aufzuholenden Rückstand befänden.» Aktive verdachtsunabhängige Internetrecherchen würden auf Bundes- oder Kantonsebene seit Jahren kaum oder gar nicht stattfinden. Bei den einzelnen Schweizer Polizeikorps würden im Schnitt gerade mal 15 Stellenprozente für die pädosexuelle Internetkriminalität eingesetzt.

Das Fedpol erklärte gegenüber der Zeitung, die Resultate würden sich auf den Zeitraum 2015 bis 2017 beziehen und seien nicht mehr aktuell. Im Frühling 2018 hatte ein Whistleblower und ehemaliger Fedpol-Kadermann einen Rapport über angeblich unhaltbare Zustände in der Behörde an einen grösseren Kreis von Personen im Amt verschickt. Er berichtete unter anderem von Kompetenzgerangel und Behinderungen der Koordinationsstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (Kobik). Deshalb seien über Jahre Kinder - auch aus der Schweiz - unnötig lange von Pädophilen missbraucht worden.

Quelle: sda