Luzerner Wirtschaft: Viele KMU’s und tiefe Löhne

Zahlen von Lustat Statistik Luzern zeigen Luzern im Vergleich zur Schweiz

Die Luzerner Wirtschaft weist im Vergleich zur Zentralschweizer und zur Schweizer Wirtschaft oft tiefere Werte aus, so bezüglich des Bruttoinlandprodukts, der Löhne, aber auch der Arbeitslosigkeit. Das geht aus einer neuen Erhebung der kantonalen Statistikstelle Lustat Statistik Luzern hervor.

Als Gründe dafür nennt Lustat die Struktur der Luzerner Wirtschaft. Diese sei etwas landwirtschaftlicher und industrieller geprägt als diejenige anderer Regionen. Insgesamt sei die Wirtschaft im Kanton Luzern aber doch breit diversifiziert. Das sagt auch der Wirtschaftsdirektor Fabian Peter:

«Die Luzerner Wirtschaft hängt nicht so stark von einzelnen Branchen ab, was vor allem in Krisenzeiten ein Vorteil ist.»

Kehrseite sei jedoch, dass es im Kanton Luzern keine starke Branche gebe, die sich durch sehr grosse Wertschöpfung, viele Exporte und hohe Löhne auszeichne.

Lustat untermauert diese Einschätzung mit verschiedenen Kennzahlen, die indes bereits einige Jahre alt sind. 2016 wurde pro Luzerner ein Bruttoinlandprodukt von 66'600 Franken errechnet. Dieser Wert ist rund 10'000 Franken tiefer als der der Zentralschweiz und der Gesamtschweiz.

Ländliche Prägung

Als Gründe für diesen tieferen Wert nennen Lustat und Fabian Peter die eher ländliche Prägung des Kantons. Die Zahl der Unternehmen pro Einwohner ist tiefer als in städtischen Kantonen, die wertschöpfungsschwache Landwirtschaft ist im Kanton Luzern relativ stark vertreten. So arbeitet im Kanton Luzern mehr als jeder Zwanzigste im Landwirtschaftssektor, in der gesamten Schweiz ist es weniger als jeder Dreissigste.

Allerdings hat Luzern beim Bruttoinlandprodukt aufgeholt. Dieses ist im Kanton Luzern in den letzten Jahren stärker gewachsen als die Bevölkerung, dies im Gegensatz zur gesamten Schweiz, in der das Wachstum der Bevölkerung mit dem des Bruttoinlandprodukts parallel verlief.

Viele KMU's

Typisch für die Luzerner Wirtschaft ist auch, dass sie stark von kleinen Unternehmen, also KMU's abhängt. 99 Prozent aller Firmen haben weniger als zehn Beschäftigte. Für den Luzerner Arbeitsmarkt weiter typisch ist, dass die Arbeitslosenquote unterdurchschnittlich ist. Zwischen 2011 und 2017 kamen rund 20'000 zusätzliche Beschäftige hinzu. Der Unternehmensbestand ist gewachsen und die bestehenden Unternehmen haben neue Stellen geschaffen. Das führt zu einer überdurchschnittlich hohen Erwerbsquote und einer sehr tiefen Arbeitslosigkeit.

Tiefe Löhne

Seit Jahren hat der Kanton Luzern im Vergleich zur Schweiz tiefere Löhne. Dafür gibt es eine Erklärung sagt Fabian Peter: "Der Lohn hat vor allem mit wertschöpfungsintensiven Branchen zu tun. Der Kanton Luzern ist schon von früher her ein traditioneller Landwirtschaftskanton. Dort ist die Wertschöpfung nicht so hoch wie zum Beispiel die Pharmaindustrie." Der Kanton sei aber in dieser Hinsicht auf gutem Weg, was auch die Zahlen zeigen würden.

(Quelle: sda)