Wie weit wird das «Smart Pricing» gehen?

Künftlig könnten auch Restaurantpreise je nach Einkommen und Tag variieren

Was bei den Bergbahnen im Moment für viel Aufsehen sorgt, hat sich in der Flugbranche längst etabliert. Und auch die Hotellerie arbeitet inzwischen mit ausgefeilten Systemen für dynamische Preise bei den Hotelzimmern. Doch das soll noch nicht alles gewesen sein.

Beim Hotel Schweizerhof in Luzern betreibt man bereits heute ein aufwändiges System für die Preisbestimmung. Zimmerpreise ändern täglich und nicht nur saisonal oder wenn in Luzern ein Grossanlass stattfindet. In Zukunft könnte es sogar noch einen Schritt weitergehen.

Je nach Auslastung und Reservationen, könnten bald auch Restaurants und Bars ihre Preise täglich anpassen. «Wann dieses System bei uns in der Schweiz kommen wird, ist noch ungewiss. Aber dass es kommen wird ist klar», sagt Yannick Blattner vom Schweizerhof Luzern.

Daten der Gäste analysieren

In den USA gibt es sogar schon «Smart Pricing» bei dem Daten der Gäste analysiert werden, um so die Preise zu definieren. Das bedeutet, dass jemand der viel verdient auch mehr für ein Hotelzimmer bezahlt. Der Tourismusprofessor der Hochschule Luzern, Jürg Stettler, ist sich nicht sicher, ob dieses System in der Schweiz Anklang finden würde. «Es müsste klar kommuniziert werden, welche Daten benutzt werden und für wen sie sichtbar sind.

Aber eigentlich gibt es das schon heute. Leute mit einem Appleprodukt bezahlen beim Online-Shopping mehr, da die Geschäfte davon ausgehen, dass man wohlhabender ist, weil man sich ein Appleprodukt leisten kann», sagt er.

Jürg Stettler ist ebenfalls davon überzeugt, dass solche Systeme irgendwann auch in der Schweiz praktiziert werden. Wie Blattner weiss aber auch Stettlet noch nicht wann das der Fall sein wird.

 

Audiofiles

  1. Dynamische Preise. Audio: Sophie Müller / Maik Wisler