Projekt Freiruum in Zug boomt

Das Projekt zur Zwischennutzung in Zug treffe genau den Nerv der Zeit

Eine riesige Halle mit Essenständen, Co-Working-Plätzen, Koch-Kursen, Kletterhalle oder mit einem Trampolinpark. Seit rund 3 Monaten ist das Projekt «Freiruum» in der Siemenshalle in Zug bereits am laufen - als eine der grössten Zwischennutzungen der Schweiz. Trotz kritischen Stimmen am Anfang zeigt sich nun: Das Projekt funktioniert - und zwar so gut, dass man nun sogar ausbaut.

Grund für den Erfolg sei, dass das Projekt «Freiruum» genau den Trend treffe, sagt die Leiterin der Zuger Stadtentwicklung, Regula Kaiser. Die Gesellschaft entwickle sich weg von der Konsumgesellschaft, in der das Kaufen und Besitzen von Waren wichtig sei, hin zu einer Erlebnisgesellschaft, in der gemeinsam verbrachte Zeit wichtiger sei.  Ein feines Essen, eine spannende Reise, dafür gäben die Menschen heute ihr Geld aus.

Kehrseite der Medaille

Dieser Trend weg vom Konsum, hin zum Erlebnis hat aber negative Auswirkungen für den Detailhandel. Seit Jahren schliessen immer mehr kleine und grössere Geschäfte, weil ihnen die Kundschaft fehlt. Je nachdem, wen man nach den Gründen fragt bekommt man verschiedene Antworten. Mal ist der Online-Handel schuld, mal die fehlenden Parkplätze, die in den Innenstädten rar würden oder die horrenden Mietpreise für Ladenlokale, die in der Zuger Altstadt gerne mal über eine halbe Million Franken pro Jahr betragen können. 

Stadtentwicklung gibt Gegensteuer

Die Zuger Stadtentwicklung versucht den neuen Trend in ihre Planungen einfliessen zu lassen. Sie versucht zwischen Immobilienbesitzern, Entwicklern und Gewerbetreibenden zu vermitteln, so dass Orte geschaffen werden können, wo sich die Menschen treffen wollen. Wo sie sich austauschen können oder Sport treiben oder mit den Kindern spielen. Die Einkäufe des täglichen und nicht so täglichen Lebens geschehen dann wie nebenbei.