Menschenhändler vor Schwyzer Strafgericht

Verhandlung sieben Jahre nach Grossrazzia

Sieben Jahre nach einer Grossrazzia in einer Kontaktbar in Tuggen stehen zehn mutmassliche Menschenhändler vor dem Schwyzer Strafgericht. Die neun Männer und eine Frau sollen Prostituierte im Ausland rekrutiert und in der Schweiz zur Sexarbeit gezwungen haben. In Einzelfällen geht es unter anderem auch um Vergewaltigung. Den Frauen aus Rumänien und Bulgarien wurden teilweise die Reisepässe abgenommen.

Zum Prozessauftakt fehlten jedoch drei Beschuldigte. Einer ist vom Gericht dispensiert, da er in Bulgarien lebt, die einzige Fraue vor Gericht war aus gesundheitlichen Gründen nicht da und ein dritter Beschuldigter, ein 43-jähriger Libanese blieb unentschuldigt fern. Sein derzeitiger Aufenthaltsort ist unbekannt.

Neue Erkenntnisse brachte der erste Prozesstag wenige. Der Hauptbeschuldigte, ein 29-jähriger Türke machte bei den meisten Punkten der Befragung Erinnerungslücken geltend oder Verwies auf frühere Aussagen. Auch mögliche Strafmasse sind noch unbekannt. Diese werden bei den Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung bekannt gegeben. Diese sollen Voraussichtlich am Montag gehalten werden.
Der Prozess ist bis zum 11. April angesetzt.

Audiofiles

  1. Menschenhändler-Prozess in Schwyz - die Vorschau. Audio: Urs Schlatter
  2. Zehn Menschenhändler stehen vor Schwyzer Strafgericht. Audio: Lukas Keusch