Schwyzer Polizist soll über 5 Jahre ins Gefängnis

Laut der Staatsanwaltschaft hätte der Tod eines Moldawiers verhindert werden können

<p>Das Hotel Passhöhe auf der Ibergeregg im September 2012: Ganz in der Nähe kam es zum tödlichen Zwischenfall.</p>

Weil ein Schwyzer Polizist vor rund eineinhalb Jahren auf der Ibergeregg bei einer Kontrolle einen Moldawier erschossen hatte, soll er wegen vorsätzlicher Tötung verurteilt werden. Die Staatanwaltschaft hat am Gerichtsprozess eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren und drei Monaten gefordert.

Polizist habe grundlegende Fehler begangen

Laut der Staatsanwältin hätte der beschuldigte 38-jährige Polizist den Tod des Moldawiers verhindern können. Der Polizist habe bei der Kontrolle grundlegende Fehler gemacht. Beispielsweise habe er mit der Polizeikontrolle begonnen, obwohl der zweite Beamte noch gar nicht bei ihm war, um ihn zu unterstützen.

Bei der Kontrolle habe auch nie eine ernsthafte Bedrohung bestanden, deshalb habe der Polizist auch nicht aus Notwehr geschossen. Er habe mit dem Schuss den Tod des Moldawiers in Kauf genommen, begründete die Staatsanwaltschaft die geforderte Gefängnisstrafe von fünf Jahren und drei Monaten.

Verteidigung verlangt Freispruch

Die Verteidigung plädierte auf einen Freispruch. Der Beschuldigte hatte die Beifahrertür des gestohlenen Kleinbusses geöffnet und festgestellt, dass in diesem nicht nur ein Fahrer, sondern auch ein Beifahrer sass. Er gab vor Gericht an, er habe sich bedroht gefühlt, weil der Beifahrer seinen rechten Arm bewegte. Sein Mandant habe unter erschwerten Bedingungen nur einen Sekundenbruchteil Zeit gehabt, um sich zu entscheiden, sagte der Verteidiger. Es seien die beiden Straftäter gewesen, die die gefährliche Situation geschaffen hätten. Der Polizist habe in Notwehr gehandelt.

Das Urteil wird später bekanntgegeben.

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  1. Schwyzer Polizist soll über 5 Jahre ins Gefängnis. Audio: Bucher Samuel