Credit Suisse muss 2,6 Mrd Dollar Busse bezahlen

Beihilfe zur Steuerhinterziehung

Hauptsitz der Credit Suisse in Zürich.

Die Schweizer Grossbank Credit Suisse einigt sich mit den Behörden im US-Steuerstreit. Die Credit Suisse gesteht ein, US-Bürgern bei der Steuerhinterziehung geholfen zu haben. Das bestätigt die Bank in einer Mitteilung. Die Credit Suisse muss in den USA dafür nun eine Rekordbusse von 2,6 Milliarden Dollar bezahlen. Es ist gemäss dem US-Justizdepartement die höchste je verhängte Strafe in einem Steuerverfahren.

Dass die Strafe so hoch ausfällt hätte sich die Credit Suisse, laut dem US-Justizminister Eric Holder, selbst zuzuschreiben. Die Bank hätte bei den Ermittlungen wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung nicht genügend kooperiert. Gemäss dem Justizminister, hat die Credit Suisse US-Steuernzahlern in erheblichem Umfang dabei geholfen steuern zu hinterziehen. Als man die Bank über die Ermittlungen informierte, hätte diese unter anderem wichtige Dokumente vernichtet.

Die harte Haltung der US-Behörden schlägt sich auch in den Zahlen der Credit Suisse nieder. Die Rückstellungen der Grossbank reichen nicht aus um die Rekordbusse zu bezahlen. Das Ergebnis im zweiten Quartal wird um 1,6 Milliarden Franken nach unten gezogen werden. Bislang hatte die Credit Suisse Rückstellungen von knapp 900 Millionen Franken für den US-Steuerstreit getätigt.

Credit Suisse reuig

Die Credit Suisse-Spitze zeigte sich indes reuig. Konzernchef Brady Dougan erklärte in einem Communiqué:

«Wir bedauern das Fehlverhalten im früheren grenzüberschreitenden US-Geschäft ausserordentlich.»

Trotz des Schuldeingeständnisses darf die Bank aber weiterhin in den USA tätig sein. Die Credit Suisse habe weiterhin eine Banklizenz in den USA und es gebe auch keine wesentlichen Auswirkungen auf die Fähigkeiten im operativen Geschäft.

Bundesrat froh über Lösung

Der Bundesrat zeigt sich derweil erleichtert über die Einigung. Insbesondere auch deshalb, weil der Bundesrat somit nicht das Notrecht ergreifen muss. Dank einer Vereinbarung mit dem US-Justizdepartements könne die Credit Suisse nun einen Schlussstrich unter die langjährige Auseinandersetzung ziehen. Dies ohne Kundendaten an die USA zu liefern. Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf betonte an einer Medienkoferenz in Bern, dass der Bundesrat zwar nicht Partei bei den Verhandlungen mit den USA waren, sich aber stets dafür eingesetzt haben, dass Schweizer Banken nicht schlechter behandelt würden als andere Banken.

Bereits vor fünf Jahren musste die zweite Schweizer Grossbank UBS in den USA eine Busse wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung bezahlen. Diese belief sich damals auf insgesamt 780 Millionen Dollar.

 

Audiofiles

  1. Reax zu Rekord Busse von Credit Suisse. Audio: Radio Pilatus