Ständerat sagt Ja zur elektronischen Krankengeschichte

Das elektronische Patientendossier soll die Behandlungen sicherer machen

Bald können Patienten ihre Krankendaten elektronisch verwalten.

Der Ständerat sagt Ja zum elektronischen Patientendossier. Die Daten von Patienten sollen in Zukunft elektronisch gespeichert werden. Dies soll einen Arztwechsel oder eine zweite Diagnose erleichtern. Das elektronische Patientendossier war im Ständerat unbestritten.

Der Datenschutz ist ein zentrales Anliegen der Vorlage: So werden die Daten nicht in einer zentralen Datenbank, sondern dezentral gespeichert. Ziel sei es, die Behandlungen sicherer zu machen und die Behandlungsqualität zu erhöhen.

Keine Pflicht
Die elektronischen Patientendaten sind keine Pflicht. Die Patienten entscheiden selber, ob ihre Krankengeschichte in Zukunft elektronisch verwaltet werden soll. Zudem sollen sie den Zugriff einschränken und selbst Einsicht nehmen können. Ärzte und andere Fachpersonen haben nur Zugriff, wenn sie von den Patienten die Erlaubnis dafür erhalten. Krankenkassen und Arbeitgeber sollen nicht auf die Daten zugreifen können.

Bund soll sich finanziell beteiligen
Um die Verbreitung des elektronischen Dossiers anzukurbeln, soll der Bund finanzielle Anreize setzen können. Gemäss der Vorlage unterstützt er Aufbau und Zertifizierung von Zusammenschlüssen von Arztpraxen, Apotheken, Spitälern oder Spitex-Organisationen während dreier Jahre mit insgesamt 30 Millionen Franken.

Nun ist der Nationalrat dran
Die Vorlage geht nun in den Nationalrat. In der Bevölkerung stösst das elektronische Patientendossier auf grosse Akzeptanz. Gemäss einer Anfang April veröffentlichten Umfrage stimmen rund 60 Prozent der Einführung zu. Dass das elektronische Patientendossier für Leistungserbringer freiwillig sein soll, lehnt die Mehrheit ab.

Audiofiles

  1. Ständerat sagt Ja zum elektronischen Patientendossier. Audio: Rolf Blaser