Schweizer Ebola-Erkrankte würden in Genf behandelt

Die behandelnden Ärzte in Afrika stossen derweil an ihre Grenzen

Die Ebola-Epidemie in Westafrika ist nun ein internationaler Gesundheitsnotfall. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat damit die Möglichkeit, Grenzen zu schliessen oder auch den internationalen Reiseverkehr einzuschränken.

Erkrankte Schweizer würden in Genf behandelt

Auch die Schweiz bereitet sich auf die Rückkehr von an Ebola erkranktem Gesundheitspersonal vor, welches in Westafrika im Einsatz ist. Allerdings rechnet der Bund nur mit ein bis zwei Fällen. Wenn ein Schweizer Arzt oder eine Pflegeperson erkranke, gelte es zu handeln, sagt Daniel Koch, Leiter der Abteilung für übertragbare Krankheiten beim Bundesamt für Gesundheit: „Dann müsste man alles daran setzen, dass man solche Helfer zurückholen kann. Weil bei uns sind die medizinischen Möglichkeiten natürlich viel besser als in Westafrika“.

Die Schweiz ist darauf vorbereitet

Dies sei man diesen Organisationen und Ärzten auch schuldig. Die Schweiz sei aber darauf vorbereitet. Betroffene Personen würden nach Genf gebracht und dort hospitalisiert.

Tragische Schicksale in den Dörfern

Vor Ort arbeiten derweil unermüdlich freiwillige Ärzte und Pflegerinnen gegen die gefährliche Krankheit. Aber sie kommen an ihre Grenzen. Einer der Helfer ist Max Gertler vom Robert-Koch-Institut, welcher für Ärzte ohne Grenzen im Einsatz war. Es gebe jede Menge tragischer Einzelschicksale: „Ich habe mit einem Vater gesprochen, welcher innerhalb von drei Wochen drei Kinder verloren hat, dazu auch seine Ehefrau und seine Schwester“. Das begegne einem in den Dörfern immer wieder.

Konzentration ist lebensnotwendig

Max Gertler war insgesamt drei Wochen in Westafrika im Einsatz. Als Arzt sei er gut vorbereitet gewesen, weil er wisse, wie gefährlich Ebola ist. Vor Ort seien sie jeweils durch dicke Anzüge geschützt gewesen. „Ausserdem muss man einfach jeden Tag ununterbrochen wachsam sein. Ein Fehler aufgrund von Müdigkeit kann hochgefährlich werden.“

Information der Bevölkerung ist wichtig

Seit mehreren Monaten hat Ärzte ohne Grenzen Personal in Westafrika im Einsatz. Langsam stosse man an die Grenzen. Wichtig wäre, die Bevölkerung aufzuklären: „Mann muss die neuerkrankten Personen rechtzeitig identifizieren und behandeln, bevor sie andere Dorfbewohner infizieren.“ Bis jetzt starben an Ebola mehr als 900 Menschen

Audiofiles

  1. Ebola-Ärzte stossen an ihre Grenzen. Audio: Franziska Boser
  2. Die Schweiz ist auf Ebola vorbereitet. Audio: Franziska Boser