Wildtiere kommen seit zwei Jahren einfach über die Autobahn A4

Kanton Zug zeigt sich zufrieden mit dem Bau der Wildtierbrücke bei der Verzweigung Blegi

Die Wildtierbrücke auf der Autobahn A4 aus der Fahrerperspektive Initiant Hans Baumgartner (links) und Baudirektor Heinz Tännler auf der Wildtierbrücke Die Wildtierzone auf der Brücke Blick auf die A4 von der Wildtierbrücke Die Wildtierbrücke bei schönem Wetter Wildtierbereich auf der Brücke Rehbock in der Fotofalle Fuchs in der Fotofalle

110 Meter lang und 18 Meter breit misst die Wildtierbrücke, die im Jahr 2012 bei der Verzweigung Blegi bei Cham im Kanton Zug gebaut wurde. Ursprünglich war nur von einer Brücke für Wanderer, Biker und die Landwirtschaft die Rede. Dank einer Initiative der Waldgenossenschaft Städtli wurde die Brücke extra auch als Wildtierbrücke konstruiert. „Der Städtliwald ist das einzige Naherholungsgebiet in der Nähe von Cham, weiss Hans Baumgartner, Präsident der Waldgenossenschaft: „Durch die Autobahn wird der Wald von den anderen Ökosystemen quasi abgeschnitten. Durch die Brücke soll nicht nur der Mensch eine Möglichkeit bekommen, die weitere Landschaft ausserhalb zu geniessen, sondern auch den Wildtieren“.

Erfolgskontrolle wegen Umstrittenem Entscheid

Der Entscheid für eine Wildtierbrücke war im Zuger Kantonsrat umstritten. Die Gegner behaupteten, dass diese Brücke lediglich von Raupen und Schmetterlingen benutzt würde. Trotzdem setzte sich die Initiative durch. Für 6.8 Millionen Franken wurde die Brücke wildtiergerecht gebaut. Ein Drittel der Kosten übernahm der Bund, der Rest berappte der Kanton. Erfreulich für die Behörden war, dass der Bau rund drei Millionen günstiger kam als budgetiert.

Reges Leben auf der Brücke

Dass sich der Bau gelohnt hat, zeigt die erste von mehreren Erfolgskontrollen, die in den kommenden Jahren stattfinden. Auf der 18 Meter breiten Brücke befindet sich neben einem Kiespfad für Mensch und Haustier auch ein breiter Abschnitt mit hohem Gras und dichtem Unterholz und Wildgewächs, die kleinen Wildtieren wie Igeln, Mardern und Füchsen idealen Schutz bieten. „Durch Fotofallen, Spurendeutungen und Kotrückständen konnten wir feststellen, dass die Tiere die Brücke akzeptiert haben und rege benutzen“, bestätigt Martina Brennecke, die Leiterin Natur Landwirtschaft des Kanton Zug. „Und auch grössere Säugetiere wie ein Rehbock haben den Weg schon einige Male über die Brücke gefunden, was uns sehr überrascht und gefreut hat“. Wie sich die Situation weiterentwickelt, wird in zwei Jahren kommuniziert. Im Jahr 2016 informiert der Kanton wieder über die Nutzung der Autobahnbrücke durch die Wildtiere.

Audiofiles

  1. Die Wildtierbrücke wird rege genutzt. Audio: Jan Heldstab