Luzerner Fest: OK streicht Schweizerhof-Bühne und die meisten Plätze in der Altstadt

Mit der Konzeptänderung will das OK den guten Zweck wieder in den Fokus stellen und mehr Geld für die Stiftung generieren

Pegasus am Luzerner Fest 2012 Bastian Baker am Luzerner Fest 2012 Highlights am Luzerner Fest. Highlights am Luzerner Fest. Highlights am Luzerner Fest. Highlights am Luzerner Fest. Henrik Belden am Luzerner Fest auf der Radio Pilatus Bühne vor dem Hotel Schweizerhof

"Luzerner helfen Luzernern" ist das Motto des Luzerner Fests. Mit dem Verkauf der Herz-Rondellen wird deshalb auch jedes Jahr Geld für die entsprechende Stiftung gesammelt. Schon länger ist die Ausschüttung für die Stiftung jedoch eher rückläufig. Das Konzept des Luzerner Fests soll deshalb umgestellt werden. Das OK hat entschieden, den guten Zweck wieder ins Zentrum zu rücken.

Raus aus der Altstadt und weg mit der Schweizerhof-Bühne

Konkret von den Konzeptänderungen betroffen ist die Altstadt und der Schweizerhof. Die Fest-Plätze in der Altstadt werden gestrichen. Das Fest soll so in Richtung See verlagert werden. Grund für diese Massnahme sind gemäss OK-Präsident Oliver Furrer vor allem die hohen Kosten für die Infrastruktur in der Altstadt. Mit der Verschiebung könnten diese gesenkt werden. Einziger Altstadt-Standort wird in Zukunft der Kapellplatz sein.

Weiter soll auch die grosse Bühne vor dem Hotel Schweizerhof verschwinden. Auf dem Schweizerhofquai soll eine Flanierzone mit Marktständen entstehen auf welcher, ähnlich wie beim BlueBalls, verschiedene Strassenkünstler auftreten. Die Bühnen beim KKL, dem Schwanenplatz und auch auf der Bahnhofstrasse bleiben hingegen bestehen. Der Standort beim Pavillon soll sogar gestärkt werden.

"Alle Optionen werden geprüft."

Beim Hotel Schweizerhof und bei Radio Pilatus stösst diese Änderung auf wenig Zustimmung. Radio Pilatus-CEO Joachim Freiberg sagt, dass man das Luzerner Fest bereits unterstützt habe, als es noch zweigeteilt als Altstadt-Fest und Seenachts-Fest organisiert wurde. Die grosse Bühne vor dem Hotel Schweizerhof war zudem ein wichtiger Beitrag für das Luzerner Fest, den Anlass aus der Altstadt heraus ans Seebecken zu holen.

"Uns liegen keine Rückmeldungen der Luzerner Polizei bezüglich Sicherheitsbedenken vor."

OK-Präsident Oliver Furrer sagt zur Bühne beim Schweizerhofquai, dass diese auch aus Sicherheitsbedenken gestrichen wird. Man habe von der Polizei entsprechende Rückmeldungen und wolle solche Massenansammlungen vermeiden, so Furrer. Bei Radio Pilatus ist man über diese Äusserung überrascht. Radio Pilatus-CEO Joachim Freiberg: "Wir haben in der Vergangenheit mit unseren Partnern immer alles bezüglich Sicherheit unternommen und uns liegen auch keine Rückmeldungen der Luzerner Polizei bezüglich Sicherheitsbedenken vor." Radio Pilatus und das Hotel Schweizerhof überlegen sich nun, wie es mit der Zusammenarbeit mit dem Luzerner Fest weitergehen soll. Es würden alle Optionen geprüft.

Der Luzerner Stadtpräsident Stefan Roth nennt als weiteren Grund für die Anpassung beim Schweizerhofquai, dass die zwar zahlreichen Besucher bei der Bühne jedoch relativ wenig Herz-Rondellen oder Bändeli gekauft hätten. Ähnlich wie beim KKL. Mit der neuen Flaniermeile beim Schweizerhofquai erhofft man sich deshalb auch ein neues Publikum.

Luzerner Fest am Freitag-Abend bekommt mehr Gewicht

Da die Infrastruktur das OK viel Geld kostet und sowieso bereits am Freitagabend schon steht, soll der Freitag auch als Fest-Tag gestärkt werden. Bis jetzt war am Freitagabend nur beim Pavillion etwas los. Zum einen mit der offiziellen Eröffnung des Luzerner Fests und zum anderen mit einzelnen Künstlern, die bereits auftraten. Der OK-Präsident des Luzerner Fests sagt, dass das Festtreiben am Freitagabend künftig auch auf andere Plätze ausgedehnt werden soll: "Neben dem Pavillon sind der Kapellplatz, der Platz vor dem Zurgilgenhaus und der vordere Abschnitt der Bahnhofstrasse im Gespräch."

Audiofiles

  1. Die geplanten Änderungen am Luzerner Fest. Audio: Yanik Probst
  2. Reaktionen auf die Pläne des Luzerner Festes. Audio: Yanik Probst