Weshalb es in Zug kaum Wahlkampf gibt

Der Politologe Olivier Dolder erklärt die Zuger Wahlen

Am 5. Oktober wählt der Kanton Zug unter anderem eine neue Kantonsregierung und ein neues Kantonsparlament. Im ganzen Kanton hängen zwar Wahlplakate, ein richtiger Wahlkampf findet dabei aber nicht statt, sagt Olivier Dolder, Politologe bei Interface Politikstudien Luzern: „Wenn man sich exponiert, geht man das Risiko ein, vielleicht in ein Fettnäpfchen zu trampen.“ Und dieses Risiko wollen die Zuger Politiker offenbar nicht eingehen.

Kleine Parteien können profitieren

Speziell an den Zuger Wahlen ist in diesem Jahr, dass mit einem neuen Wahlsystem gewählt wird. Bei den Wahlen des Kantonsparlamentes könnten davon vor allem die kleinen Parteien GLP und Alternative profitieren, denkt Olivier Dolder: „Die bürgerlichen Parteien müssen Wähleranteil zulegen, um ihre bisherigen Sitze halten zu können“. Die Kantonsregierung wird zum ersten Mal mit dem so genannten „Majorz-System“ gewählt. Damit werden in erster Linie die Kandidaten und nicht mehr die Parteien gewählt. Dolder geht davon aus, dass dies ein Vorteil für die bisherigen Kandidaten sein wird.

Die Bisherigen sind so gut wie gewählt

Ganz allgemein geht Dolder davon aus, dass die alte Kantonsregierung auch die neue Kantonsregierung ist: „Es ist eine Regierung, die grundsätzlich gut funktioniert und keine grösseren Probleme hatte in den vergangenen Jahren.“ Chancen auf das beste Resultat gibt Olivier Dolder Heinz Tännler von der SVP und Peter Hegglin von der CVP. Diese beiden Kandidaten seien national bekannt. Deshalb wäre es eine Überraschung, wenn sie nicht auf den Plätzen 1 und 2 wären. 

Audiofiles

  1. Weshalb es in Zug kaum einen Wahlkampf gibt. Audio: Raphael Reichen
  2. Weshalb die bisherige Kantonsregierung schon fast wiedergewählt ist. Audio: Raphael Reichen