Kanton Zug mit tiefroten Zahlen

Für 2015 rechnet man mit einem Defizit von 140 Millionen

Der Zuger Finanzdirektor Peter Hegglin: Das Kantonsbudget 2015 rechnet mit einem Minus von 140 Millionen Franken.

Der Kanton Zug legt für das kommende Jahr eines der schlechtesten Budgets der Geschichte vor. 2015 rechnet man in Zug mit einem Verlust von rund 140 Millionen Franken. Das Defizit würde gar bei fast 200 Millionen Franken liegen, hätte der Kanton nicht das Resultat mit einem Beitrag von 40 Millionen Franken aus der Ressourcen-Ausgleichsreserve nachgebessert. Schuld am hohen Verlust sind die tieferen Steuererträge (-45 Mio.) und die erneut angestiegenen Zahlungen an den Nationalen Finanzausgleich NFA (+37 Mio.).

Um in Zukunft weitere hohe Defizite zu verhindern, soll der Staatshaushalt mit einem Sparprogramm bis 2018 wieder ins Lot gebracht werden. Jährlich sind Einsparungen von 80 bis 100 Millionen Franken vorgesehen. Auch Gebührenerhöhungen sind angedacht.

Steuererhöhungen sind momentan kein Thema

Steuererhöhungen seien jedoch vorläufig kein Thema, erklärte Finanzdirektor Peter Hegglin vor den Medien. In einem ersten Schritt soll vor allem bei der Verwaltung gespart werden. Im Budget 2015 ist ein Personalstopp enthalten, es werden keine zusätzlichen Stellen bewilligt. Zusätzliche Aufgaben müssen somit mit dem gleichen Personalbestand wie bisher bewältigt werden. Auch bei den Leistungen des Kantons soll vermehrt zwischen Notwendigem und Wünschbaren unterschieden werden.

Sparmöglichkeiten gibt es primär bei der Verwaltung

Laut einem kürzlich präsentierten Bericht des Wirtschaftsforschungs-Instituts BAK Basel liegen die Nettoausgaben pro Einwohner im Kanton Zug klar über dem schweizerischen Durchschnitt. "Der Vergleich mit ähnlich gelagerten Kantonen zeigt, dass man hier noch sparen kann. Erst wenn diese Sparmöglichkeiten ausgeschöpft sind, kann man über eine Steuererhöhung diskutieren", so Peter Hegglin. Momentan wolle man aber am eingeschlagenen Weg festhalten. Es wäre laut Hegglin falsch, wegen zwei, drei schlechten Jahren bereits wieder die Steuerstrategie zu ändern.

Zudem verfügt der Kanton Zug noch immer über eine Eigenkapital von rund einer Milliarde Franken. Massnahmen seien aber nötig, ansonsten sei dieses Geld schnell einmal aufbraucht, hiess es vor den Medien.

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  1. Kanton Zug budgetiert gewaltiges Minus. Audio: Urs Schlatter