Presseschau: Schweizer wollen keinen radikalen Wechsel

Anpassungen sind trotz Nein zur Einheitskasse nötig

Das Resultat war deutlich: 62 Prozent des Schweizer Stimmvolks sprach sich gegen eine Einheitskasse aus. Nur die Westschweizer Kantone waren dafür. Trotz deutlichem Nein müsse man aber handeln, kann heute in den Schweizer Tageszeitungen gelesen werden. 

Kein radikaler Wechsel im Schweizer Gesundheitswesen - so der Wille des Schweizer Stimmvolkes, heisst es heute in den Schweizer Tageszeitungen. Ein Grund dafür sei der Blick ins Ausland gewesen, schreibt die Neue Luzerner Zeitung. Dort habe man gesehen, dass ein staatliches Gesundheitssystem meistens nicht das Gelbe vom Ei sei, so die NLZ. Positiver schreibt die Berner Zeitung: Ganz offensichtlich ist man in der Schweiz zufrieden mit dem, was das Gesundheitssystem an Service und Qualität biete. Auch die steigenden Prämien hätten nicht gereicht, um eine Mehrheit für die Einheitskasse zu finden.

"Das Volk will eine schrittweise Anpassung."

Trotzdem gebe es Handlungsbedarf. Die Neue Zürcher Zeitung kommentiert das Ergbeniss folgendermassen: "Das Stimmvolk setzt vielmehr auf eine schrittweise Anpassung des geltenden Systems." Diese müsse von der Politik kommen und zwar mit kostendämpfenden Massnahmen. Anderenfalls drohe bei einer neuerlichen Abstimmung über eine Einheitskasse, dass diese angenommen wird.

Der Blick schreibt, dass in Zukunft auch die Prämienerhöhungen im Auge behalten werden müssen. Wenn diese so weiterginge wie bis anhin, dann würden die Krankenkassen den Rückhalt im Volk verlieren.

Kantonale Lösung keine Option

Wenig Chancen in den Zeitungs-Kommentaren erhält die Idee von kantonalen Einheitskassen. Diese war kurz nach dem Nein in Umlauf gebracht worden. Auch in den Westschweizer Kantonen, welche als einzige zum Teil für die Einheitskasse waren, findet diese Idee kein Anklang. Sollte man eine Einheitskasse kantonal umsetzen, dann würden andere Kantone plötzlich auch andere national abgelehnte Initiativen auf kantonaler Ebene umsetzen wollen. Die Idee zeuge von "schlechten Verlierern", schreibt die Zeitung Le Temps.