Mit Bargeld ein Unternehmen gründen?

Zuger Kantonsparlament lehnt Vorstoss der SVP deutlich ab

Die SVP Kanton Zug will Unternehmen mit Bargeld gründen können. Die Beweggründe dafür irritieren das Kantonsparlament.

Das Zuger Kantonsparlament will nicht, dass Unternehmen auch mit Bargeld bei einem Notar gegründet werden können. Es hat einen entsprechenden Vorstoss der SVP abgelehnt. Die SVP hatte argumentiert, dass notariell beglaubigtes Bargeld bei Unternehmensgründungen Zeit ersparen würde und das Wirtschaften dadurch erleichert würde. Der Vorstoss verlangte, dass beim nationalen Parlament eine entsprechende Standesinitiative platziert wird.

"Bargeld bedeutet Freiheit." (Manuel Brandenberg, SVP)

Der Initiant des Vorstosses, SVP-Parlamentarier Manuel Brandenberg, argumentierte, dass Bargeld Freiheit bedeute. Durch die Möglichkeit, ein Unternehmen mit Bargeld zu gründen, würde das Prozedere vereinfacht und schneller.

Gefahr von Geldwäsche

Die übrigen Parteien im Zuger Kantonsparlament zeigen sich vom Vorstoss seitens der SVP irritiert. Schliesslich werden Gelder, die auf einem Konto liegen, von den Banken geprüft. Die Herkunft von Bargeld ist hingegen schwer feststellbar. Es bestehe die Gefahr von Geldwäscherei, sagte beispielsweise FDP-Parlamentarierin Cornelia Stocker. Die grosse Mehrheit im Zuger Kantonsparlament hat sich mit 51 zu 16 Stimmen gegen den Vorstoss der SVP entschieden.

 

Weitere Geschäfte aus dem Zuger Kantonsparlament:

Home-Office von Verwaltungsangestellten

Das Zuger Kantonsparlament will Heimarbeit von Angestellten in der Verwaltung nicht extra fördern. Ein entsprechender Vorstoss von Seiten der Grünliberalen wurde einstimmig abgelehnt. Der Grund: Im Kanton Zug werde die Arbeit von zuhause, das so genannte Home-Office, bereits genügend gefördert. Das Parlament war sich darin einig, dass das Arbeiten von Zuhause Vor- und Nachteile hat. Das Arbeiten von Zuhause werde künftig zunehmen, allerdings weiterhin nur für einen kleinen Teil aller Mitarbeiter in Frage kommen, argumentierte die Zuger Kantonsregierung.

E-Scanning von Steuerdaten

Nachdem die Zuger Kantonsregierung im vergangenen Mai bekannt gegeben hatte, dass die Steuererklärungen der Zuger nicht von einer externen US-Firma eingescannt werden, schlägt sie nun eine interne Lösung vor. Die elektronische Erfassung von Steuererklärungen soll demnach ab Mitte des nächsten Jahres beginnen. Bis alle Steuerdaten elektronisch erfasst werden können, gehe es aber noch einige Jahre, sagt der Finanzdirektor des Kantons Zug, Die elektronische Erfassung von Steuerdaten durch den Kanton Zug selber wird rund ein Drittel teurer ausfallen als das ursprünglich geplante externe Scanning.

 

Audiofiles

  1. In Zug kann man keine Firma mit Bargeld gründen. Audio: Roman Gibel