Folgen des starken Frankens: Länger arbeiten bei gleichem Lohn

Unter den Massnahmen der Exportunternehmen leiden vor allem die Angestellten

Es war ein Schock für viele Schweizer Firmen als Thomas Jordan, Präsident der Schweizer Nationalbank am 15. Januar bekannt gab, dass der Euromindestkurs von CHF 1.20 per sofort aufgehoben würde. Von einem Moment auf den anderen waren Exportprodukte und der Schweizer Tourismus um rund 15 Prozent teurerer als jene der Konkurrenten im Ausland. Die betroffenen Unternehmen haben daraufhin Massnahmen eingeleitet, um die ihrige Attraktivität wieder zu steigern. Christoph Schaltegger Professor für politische Ökonomie an der Universität Luzern hält fest: „Firmen die Probleme bekommen auf dem Absatzmarkt und ihre Produkte nicht mehr verkaufen können reagieren mit Auslagerungen der Produktion und Arbeitsmaterialbeschaffung ins Ausland und mit Stellenabbau.“ Die meisten Unternehmen haben aber noch genügend Aufträge. Nach einem Bericht in der Neuen Luzerner Zeitung lag die Kapazitätsauslastung bei Industriefirmen bei 88 Prozent. Deshalb setzten die Exportunternehmen vielfach auf andere Massnahmen. Eine beliebte Massnahme ist die Erhöhung der Arbeitsstunden der Arbeitnehmer. Die Angestellten müssen also länger arbeiten, bekommen aber gleich viel Lohn.

Arbeitnehmer können sich gegen Massnahmen wehren

Eine Massnahme bei denen die Arbeitnehmer aber auch ein Wort mitsprechen können, sagt Thomas Geiser Direktor im Bereich Arbeitsrecht an der Universität St. Gallen: „Bei einer solchen Forderung des Arbeitsgebers müssen die Arbeitsverträge angepasst werden. Diesen Anpassungen müssen die Arbeitnehmer zustimmen. Ansonsten könne man auch zu einem späteren Zeitpunkt (bis zu fünf Jahre) die zusätzliche Arbeitszeit als Überzeit beim Abreitgeber einfordern.“