Vernetzt: Software in der Schweiz immer noch teurer

Kein Euro-Rabatt in Sicht bei vielen Softwareherstellern

Die Adobe Creative Cloud - in der Schweiz über 18 Prozent teurer als in Deutschland - und sogar 36% teurer als in den USA.

Während sich die Autohändler momentan mit Euro-Rabatten gegenseitig überbieten und kaum ein Kleidergeschäft mehr die üblichen Verkaufspreise halten kann, verharren die Software-Anbieter bei ihren Preisen. Die Unterschiede zu den USA und dem Euroraum waren bereits vor der Aufhebung des Mindestkurses zum Teil frappant, sind seither aber noch angewachsen. Während es früher bei Lizenzen oft noch möglich war, diese eben in den USA oder in Deutschland zu kaufen, funktioniert das bei den den Abo-Modellen nicht mehr. Da wird man sofort an den Schweizer Store verwiesen, wenn man mit einer Schweizer Kreditkarte bezahlen möchte.

Wir haben einige Software-Abos verglichen:

Software Preis / Monat Schweiz Preis / Monat Deutschland Differenz
Adobe Creative Cloud Komplett-Abo CHF 88.95 CHF 75.00 18.6%
Microsoft Office 365 Home* CHF 10.00 CHF 8.80 13.6%
Google Apps unlimited CHF 8.56 CHF 8.56 0 %

Preisvergleich basiert auf einem Euro-Kurs von 1.07 (Stand 24.2.2015)
* Verglichen wurden die Preise für das Jahresabo

Adobe wird seinem Ruf, eine besonders kundenunfreundliche Preispolitik zu haben, einmal mehr gerecht. Noch krasser wird der Preisvergleich, wenn man mit den US-Preisen vergleicht. Die Amerikanischen Bestandeskunden bezahlen im ersten Jahr für das Komplett-Abo der Creative Cloud $49.99/Monat. Die Schweizer dagegen CHF 64.95/Monat. Die Preisdifferenz beträgt mit dem aktuellen Dollarkurs (0.95 CHF) damit satte 36%. Es wundert denn auch nicht, dass in der letzten Channel-Umfrage von inside-channels.ch sieben Reseller angegeben haben, sie hätten das Vertrauen in Adobe verloren.

Bei Microsoft haben zumindest Grosskunden und Unternehmen die Möglichkeit zu wählen, ob sie in Schweizer Franken oder Euro bezahlen möchten. Hier spielen die Preisunterschiede eigentlich nur für Home-Kunden und kleine Unternehmen eine Rolle. Microsoft hat immerhin die Preise dieses Jahr einmal angepasst. Bei Google gibt es gar keine gesonderten Schweizer Preise. Bezahlt wird einfach in Euro.