Busse in der Stadt Zug fahren künftig auf der Gegenfahrbahn

Eine elektronische Busspur soll die Busse in Zug wieder pünktlicher ans Ziel bringen

Hier soll die elektronische Busspur eingeführt werden: Die Artherstrasse in der Stadt Zug im Bereich Casino Der Baudirektor des Kantons Zug Heinz Tännler (l.) und der Unternehmensleiter der Zugerland Verkehrsbetriebe Cyrill Weber

Die Busse in der Stadt Zug sollen künftig auch während den Hauptverkehrszeiten ihre Ziele wieder rechtzeitig erreichen. Die Lösung soll eine sogenannte elektronische Busspur sein.

So wird es den Bussen auf den Linien 3 und 5 künftig möglich sein, im Bereich Fridbach und Casino auf der Gegenfahrbahn an der Autokolonne vorbei zu fahren. Während der Zeit, in der die Busse die Autokolonne überholen, ist die Ampel der Gegenfahrbahn auf Rot geschaltet.

Pünktlichkeit ist das A und O im öffentlichen Verkehr

„Die elektronische Busspur stellt die Pünktlichkeit des öffentlichen Verkehrs auf der Artherstrasse sicher und ist zugleich ein sehr innovatives Bauprojekt“, sagt Heinz Tännler, der Baudirektor des Kantons Zug.

Kein Nachteil für Autofahrer

Für den Individualverkehr gäbe es keine Nachteile. Der Stau verschiebe sich nur ein bisschen nach hinten, so Tännler weiter. Die elektronische Busspur kommt nur werktags zwischen 06.30 Uhr und ca. 09.00 Uhr zum Einsatz – zu jenem Zeitpunkt, wenn stadteinwärts zu viel Verkehr auf der Artherstrasse ist und die Busse deshalb nicht pünktlich an den Bahnhof gelangen.

Hier wurde die neue Busspur erstellt.

Unfallsrisiko sei minim

Gefährlich sei das neue System nicht, so Cyrill Weber, der Leiter der Zugerland Verkehrsbetriebe AG: „Das System merkt mittels Detektoren im Asphalt automatisch, ob Stau vorherrscht oder nicht. Die Ampel schaltet gegebenenfalls auf beiden Seiten auf Rot und der Buschauffeur kann die Kolonne überholen - natürlich nur wenn die Sichtverhältnisse auch gegeben sind.“

Lösung nicht adaptierbar

Ein Allerheilmittel sei die elektronische Busspur aber nicht. So könne sie zwar diesen Streckenabschnitt der Buslinien 3 und 5 entlasten, aber sei nicht für jede Passage geeignet. Eine elektronische Busspur sei nur realisierbar, wenn es wenige Zufahrten in diesem Bereich gebe und die Sicht gut sei – sprich eine lange Gerade vorhanden sei, erklärte Cyrill Weber, der Leiter der Zugerland Verkehrsbetriebe AG.

Bund hat mitfinanziert

Die elektronische Busspur kostete rund 1,1 Millionen Franken. Gleichzeitig mit den Detektoren im Boden, welche die Ampeln während Stauzeiten auf Rot schalten, wurde die Artherstrasse in diesem Abschnitt saniert. Das komplette Bauprojekt kostete 6,1 Millionen – wovon 40% der Bund übernahm.

In 10 Tagen geht’s los

Diese sogenannte elektronische Busspur wird am 27. März erstmals in Betrieb genommen. „Bis dahin müssen die Buschauffeure noch entsprechend geschult werden“, so Cyrill Weber, der Leiter der Zugerland Verkehrsbetriebe AG.

Audiofiles

  1. Zuger Busse sollen schneller am Bahnhof sein. Audio: Lukas Keusch