Stadt Zug: Regierung steht hinter Stadttunnel

Am 14. Juni fällt der Entscheid für das Jahrhundertprojekt

Zuger Stadtregierung will den Stadttunnel Grafische Übersicht über das Projekt Stadttunnel und die Standorte der Tunnelportale So könnte in rund 20 Jahren der Postplatz in Zug aussehen. So könnte das Portal des Stadttunnels bei der Gotthardstrasse aussehen.

Die Stadtregierung von Zug demonstriert Einigkeit. Erstmals überhaupt hat die Stadtregierung geschlossen und öffentlich Stellung zu einer kantonalen Abstimmungsvorlage genommen. Über das Jahrhundertprojekt „Stadttunnel Zug“ entscheidet das Volk am 14. Juni an der Urne.

Die fünf Mitglieder der Zuger Stadtregierung gehören fünf verschiedenen Parteien an: SP, SVP, FDP, CVP und CSP. Trotz unterschiedlicher politischer Gesinnung setzten sich alle fünf Exekutivmitglieder für den neuen Stadttunnel ein. Sie traten heute gemeinsam vor die Medien und erklärten, warum sie beim "Stadttunnel Zug" Einigkeit demonstrieren. „Ob links oder rechts, der Stadttunnel war von Anfang an das wichtigste gemeinsame Ziel unserer Amtszeit“, sagte Stadtpräsident Dolfi Müller überzeugt.

Finanziell machbar

Das Jahrhundertprojekt kostet insgesamt 890 Millionen Franken. Die Kosten teilen sich Bund, Kanton und Stadt. Die Stadt beteiligt sich mit 100 Millionen. Dies sei eine Grossinvestition, ist sich der städtische Finanzdirektor Karl Kobelt bewusst: „Wir haben bereits 60 Millionen für den Stadttunnel auf die Seite gelegt. Eine Steuererhöhung ist nicht nötig.“ Auch würden keine anderen Projekte darunter leiden, so Karl Kobelt weiter: „Die geplanten Schulhäuser in Zug West sind mit den Investitionen in den Stadttunnel Zug auf keinen Fall gefährdet.“

Innenstadt wird durch Tunnel entlastet

Der städtische Baudirektor André Wicki wies auf die momentan grosse Verkehrsbelastung der Innenstadt hin: „Täglich fahren 20‘000 Autos am Postplatz vorbei. Wir brauchen eine Entlastung.“ Zum Vergleich: Pro Tag fahren 17‘000 Autos durch den Gotthardtunnel. Umweltdirektor Urs Raschle hält zudem fest: „Wenn wir das Projekt finanziell unterstützen, wird ein Grossteil der jetzigen überirdischen Kantonsstrassen zu Gemeindestrassen. So können wir flankierende Massnahmen einleiten, um die Aussenquartiere der Stadt von möglichem Mehrverkehr zu schützen.“

Stadttunnel-Gegner: Falsche Haltung der Stadtregierung

Mit dem gemeinsamen Auftritt wolle die Stadtregierung einzig ihr Gesicht wahren, findet dagegen das Komitee „Stadttunnel Zug – nein danke!“. Dieter Nussbaum, Mitglied des Komitees, erklärt: „Die Politiker haben den Planern geglaubt. Doch das Budget ist aus dem Ruder gelaufen, und jetzt können sie nicht mehr zurück und müssen einem Projekt zustimmen, welches sie eigentlich ablehnen." Fast eine Milliarde Franken investieren, um ein paar Strassen im Stadtzentrum zu entlasten, stehe in keinem Verhältnis, so Nussbaum weiter.

Zudem gebe es zahlreiche Alternativen, um den Verkehr auf den betroffenen Strassen vermindern zu können, sagt Dieter Nussbaum: „Park and Ride Systeme, Bus- und S-Bahnlinien könnten ausgebaut werden. Fahrgemeinschaften müssten gefördert werden. Es gibt Konzepte für autofreies Wohnen. Den ÖV könnte man in der Stadt Zug vergünstigen.“ Ein Nein des kantonalen Stimmvolkes am 14. Juni hält Dieter Nussbaum vom Nein-Komitees durchaus für möglich.

Audiofiles

  1. Die Zuger Stadtregierig steht geschlossen hinter dem Stadttunnel. Audio: Lukas Keusch