Uri: Parlament kritisiert Regierung im Fall Walker

Massnahmen seien erst mit Verspätung getroffen worden

Das Telldenkmal in Altdorf.

Im Kanton Uri hat die Regierung im Mordversuchs-Fall rund um den Erstfelder Barbetreiber Ignaz Walker zu spät gehandelt. Zu diesem Fazit kam gestern das Kantonsparlament Uri. Der leitende Polizeiermittler im Fall Walker sei befangen gewesen, weil er wegen Pöbeleien in ein Strafverfahren mit dem Barbetreiber verwickelt gewesen war. Die Regierung habe erst Massnahmen getroffen, nachdem eine Parlamentskommission einen Untersuchungsbericht erstellt habe, so das Urner Parlament.

Die Geschichte um den Erstfelder Barbetreiber nahm seinen Anfang im Januar 2010. Damals soll der Mann ausserhalb seines Lokals auf einen Gast geschossen haben. Zudem wird ihm vorgeworfen, er habe die Ermordung seiner Ehefrau in Auftrag gegeben. Diese wurde im November 2010 durch drei Schüsse lebensgefährlich verletzt.

Der Fall Walker beschäftig Uri seit Jahren

Im September 2013 verurteilte das Urner Obergericht den Erstfelder wegen versuchter vorsätzlicher Tötung und versuchten Mordes zu einer Freiheitsstrafe von 15 Jahren. Das Bundesgericht hiess im Dezember 2014 eine Beschwerde gegen dieses Urteil in zwei Punkten gut. So darf das Urner Obergericht nun bei der Neubeurteilung des Falles eine DNS-Spur auf einer Patronenhülse nicht verwenden, und es muss weitere Anstrengungen unternehmen, um einen Hauptbelastungszeugen ausfindig zu machen. Zur Ausstandsproblematik des leitenden Spurenermittlers äusserte sich das Gericht nicht.

Der Barbetreiber, der die letzten vier Jahre in Sicherheitshaft auf ein rechtskräftiges Urteil wartete, befindet sich nach einer vorübergehenden Freilassung wieder in Haft.