Projekt Stadttunnel Zug wird deutlich abgelehnt

Bevölkerung des Kantons sagt NEIN zum Objektkredit

So hätte das Portal des Stadttunnels bei der Gotthardstrasse aussehen können. Grafische Übersicht über das Projekt Stadttunnel und die Standorte der Tunnelportale

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  1. Deutliche Abfuhr für den Stadttunnel in Zug. Audio: Tommy Durrer, Radio Pilatus AG

Die Verkehrsprobleme in der Stadt Zug bleiben ungelöst. Die Stimmberechtigten des Kantons Zug haben das 890-Millionen-Projekt "Stadttunnel mit Zentrum Plus" mit einem Nein-Anteil von 62,79 Prozent deutlich abgelehnt. 16'534 Stimmende sagten Ja zum "Generationenprojekt", 27'898 legten jedoch ein Nein ein. Die Stimmbeteiligung betrug 61,34 Prozent. An der Urne abstimmen mussten die Stimmberechtigten, weil im Kantonsparlament das Behördenreferendum ergriffen worden war.

In rund 15 Jahren sollte der Verkehr grösstenteils durch einen Tunnel fliessen und die Innenstadt deutlich verkehrsärmer sein als heute. Rückgrat des Projekts bildete ein 2,7 Kilometer langer Tunnel mit vier Armen und einem unterirdischen Kreisel als Drehscheibe. Mit dem "Zentrum Plus" sollte zudem die Innenstadt vom Verkehr entlastet und aufgewertet werden. Verschiedene Plätze wären verkehrsberuhigt oder ganz vom Verkehr befreit worden.

"Verpasste Chance" für Lebensqualität

Das Projekt war mit 890 Millionen Franken veranschlagt. Davon sollten der Kanton 235 Millionen und die Stadt Zug 100 Millionen Franken übernehmen. Den Hauptanteil beitragen sollten die Autofahrer. Unter anderem war eine befristete Erhöhung der Motorfahrzeugsteuer um 25 Prozent vorgesehen. CVP, SVP, FDP und die GLP hatten die Vorlage zur Annahme empfohlen. Auch die Zuger Stadtregierung stand geschlossen hinter dem Projekt. Die Befürworter waren der Ansicht, dass der Stadttunnel die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt deutlich verbessern würde. SP und die Alternative - die Grünen lehnten den Kredit ab. Die Gegner hielten das Projekte für nicht finanzierbar und bezeichneten dieses als "verpasste Chance" für mehr Lebensqualität. Zu viele Autos dürften frei in zu vielen Strassen zirkulieren, argumentierten sie. Autofrei werde fast nichts.