Nein zu Stadttunnel wegen hohen Kosten

Nachträgliche Befragung klärt Gründe zum klaren Nein von Mitte Juni

So hätte das Portal des Stadttunnels bei der Gotthardstrasse ausgesehen. So hätte in rund 20 Jahren der Postplatz in Zug aussehen können. Grafische Übersicht über das Projekt Stadttunnel und die Standorte der Tunnelportale

Im Kanton Zug haben vor allem die hohen Kosten zur Ablehnung des Stadttunnels geführt. Das zeigt eine nachträgliche Befragung. Zweiter wichtiger Grund war, dass das Stimmvolk nicht daran glaubte, dass die Verkehrsprobleme damit gelöst werden. Das Zuger Stimmvolk hatte Mitte Juni den 890-Millionen-teuren Stadttunnel deutlich mit 63 Prozent Nein-Stimmen abgelehnt. Das Nein zum Stadttunnel bedeute jedoch nicht, dass der heutige Zustand als gut betrachtet werde, sagt der Zuger Baudirektor Heinz Tännler: „Fast 80 Prozent der Befragten wollen eine alternative Lösung. Am meisten wurden eine andere Umfahrungsstrasse oder ein billigeres Tunnel genannt worden.“

Alternative kaum machbar

Möglich sei das aber kaum, sagt der Kantonsingenieur Urs Lehmann: „Unterirdisch sind die Kosten immer so hoch, da lässt sich nicht viel machen. Überirdisch haben wir jedoch kein Platz eine Umfahrungsstrasse zu realisieren. Höchstens als Brücke auf dem See. Da sehe ich eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit, dass ein solches Projekt bewilligt würde.“

Linke Wähler deutlich dagegen - bürgerliche knapper

Bei der Nachbefragung gaben 54 Prozent der Nein-Stimmenden an, der finanzielle Aspekt habe letztlich den Ausschlag für die Ablehnung ergeben. 12 Prozent waren der Meinung, der Stadttunnel löse das Verkehrsproblem in der Stadt Zug nicht. Die Nachbefragung habe jedoch beträchtliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen ergeben. Am stärksten zeigten sich die Unterschiede bei der Parteienaffinität. Personen, die nach eigenen Angaben einer bürgerlichen Partei nahe stehen, lehnten die Vorlage mit 54 Prozent Nein-Stimmen ab. Dagegen stimmten 74 Prozent der Personen mit einer links-grünen Einstellung gegen die Vorlage.

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  1. Gründe klaren Nein zumStadttunnel Zug. Audio: Lukas Keusch