Krankenkassenprämien erhöhen sich 2016 im Schnitt um 4 Prozent

In der Zentralschweiz stärker betroffen sind die Kantone Nidwalden und Schwyz

Der Kanton Zug stellt 54 Millionen Franken für Prämienverbilligung der Krankenkasse zur Verfügung.

Die Krankenkassenprämien für Erwachsene steigen im nächsten Jahr durchschnittlich um 4 Prozent. So viel also wie bereits im vergangenen Jahr. Pro Person bedeute der Prämienanstieg monatliche Mehrkosten von 16.30 Franken, teilte das Bundesamt für Gesundheit (BAG) mit.

Nicht alle Kundengruppen und Kantone gleich betroffen

Etwas weniger stark erhöhen sich die Prämien für junge Erwachsene, nämlich um 3,6 Prozent. Der Anstieg für die Kinderprämien beträgt 3,9 Prozent. Am stärksten steigen die Prämien über alle Altersklassen hinweg im Kanton Neuenburg: Erwachsene müssen dort im Schnitt 8,2 Prozent mehr bezahlen. In der Zentralschweiz zahlen die Krankenversicherten auch 2016 tiefere Prämien als der gesamtschweizerische Schnitt. In Nidwalden (+5,4) und Schwyz (+4,8) müssen sie aber einen überdurchschnittlichen Anstieg verkraften. Nach wie vor die höchsten Prämien hat Luzern.

Jedes Jahr steigen Prämien

Seit Einführung des Krankenversicherungsgesetzes im Jahr 1996 erhöhte sich die Standardprämie um durchschnittlich 4,6 Prozent pro Jahr. In den vergangenen zehn Jahren lag der Anstieg im Schnitt bei 3,4 Prozent, wie das BAG schreibt. Allerdings ist zu beachten, dass sich nur wenige Personen mit dem Standardmodell versichern. Viele Versicherte bevorzugen alternative Prämienmodelle etwa mit höheren Franchisen oder dem Hausarztmodell. Gerade beim Hausarztmodell steigen laut BAG die Prämien 2016 überdurchschnittlich stark.

So kann trotz höheren Prämien gespart werden

Bis Ende Oktober müssen die Krankenkassen ihre Versicherten über die persönliche Prämie für das kommende Jahr und die angebotenen Franchisen informieren. Die Versicherten können bis Ende November die Grundversicherung kündigen oder ein anderes Versicherungsmodell wählen. Um den Versicherten den Vergleich zu erleichtern, bietet das Eidgenössische Departement des Inneren (EDI) kostenlos Hilfe an: Seine Prämienübersicht gibt Hinweise, etwa zu Kündigungsfristen, Sparmöglichkeiten, HMO-Standorten und Hausarztnetzen. Ein Wechsel zu einer anderen Krankenkasse kann sich oftmals lohnen.

Elf Kantone zahlen neben Prämienerhöhung noch eine Prämienkorrektur

In einigen Kantonen müssen die Versicherten nebst der Prämienerhöhung auch eine Prämienkorrektur hinnehmen. Die Versicherten dort haben in der Vergangenheit nämlich zu wenig Prämien bezahlt, in anderen Kantonen dafür zu viel. Diese Differenz möchte der Bund ausgleichen. 48 Franken zusätzlich bezahlen müssen die Versicherten in den Kantonen Bern, Uri, Obwalden, Nidwalden, Glarus, Solothurn, Basel-Landschaft, Schaffhausen, Appenzell Ausserrhoden und Jura. In Luzern werden 18 Franken erhoben.

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  1. Krankenkassenprämien steigen um vier Prozent. Audio: Franziska Boser