Menschenhandel: Kantonsgericht Schwyz reduziert Strafen

Verfahrensfehler führen zu geringeren Strafen

Das Kantonsgericht Schwyz reduziert die Strafen in einem Menschenhändler-Prozess mit zehn Angeklagten. Zwei der Beschuldigten sind im Berufungs-Prozess gar freigesprochen worden. 

Das Schwyzer Kantonsgericht begründet seinen Entscheid damit, dass Befragungen der Opfer nicht verwendbar gewesen seien. Die am Prozess beteiligten Anwälte seien teils nicht rechtzeitig über die Befragungen informiert worden. Unteranderem wurde deswegen auch die Strafe gegen den Hauptangeklagten, einen 31-jährigen Türken deutlich reduziert. Während ihn das Kriminalgericht noch zu einer Strafe von 32 Monaten unbedingt verurteilt hatte, hat das Kantonsgericht ihn nun zu 22 Monaten bedingt verurteilt.

Zwangsprostitution in der Kontaktbar Bolenberg

Den Angeklagten wurde vorgeworfen in der Kontaktbar Bolenberg bei Tuggen 23 Frauen zur Prostitution gezwungen zu haben. Im Rahmen von zwei Grossrazzien wurden im Februar vor acht Jahren in Nidau im Kanton Bern und in Tuggen im Kanton Schwyz insgesamt 16 Personen verhaftet. Die Aktion gilt als eine der grössten die je gegen angeblichen Menschenhandel in der Schweiz durchgeführt wurde.