Das Wahlprocedere bei den Bundesratswahlen

Gewählt wird nach dem Anciennitäts-Prinzip

Das offizielle Bundesratsfoto 2015

Die Vereinigte Bundesversammlung – bestehend aus sämtlichen National- und Ständeräten - wählt ab 8 Uhr im Nationalratssaal den Bundesrat. Zuerst wird dann die abtretende Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf verdankt und verabschiedet. Dann folgen in der Regel die Wahlempfehlungen der Fraktionen. Auch einzelne Ratsmitglieder sowie Bundesratskandidaten haben an dieser Stelle die Möglichkeit, sich am Rednerpult zu äussern. Die Möglichkeit, sich zu äussern, besteht anschliessend vor jeder Besetzung eines weiteren Sitzes.

 

Reihenfolge nach Amtsalter

Gewählt wird nach dem Prinzip der Anciennität (Amtsalter). Dabei steht der längst dienende Bundesrat als erster zur Wahl. Sitze von zurückgetretenen Bundesräten werden am Schluss besetzt. Sechs der sieben bisherigen Bundesräte stellen sich der Wiederwahl:

  • Doris Leuthard, CVP, AG, UVEK, seit 14.6.2006, Geboren: 10. April 1963
  • Ueli Maurer, SVP, ZH, VBS, seit 10.12.2008, Geboren: 01. Dezember 1950
  • Didier Burkhalter, FDP, NE, EDA, seit 16.9.2009, Geboren: 17. April 1960
  • Simonetta Sommaruga, SP, BE, EJPD, seit 22.9.2010, Geboren: 14. Mai 1960
  • Johann Schneider-Ammann, FDP, BE, EVD, seit 22.9.2010, Geboren: 18. Februar 1952
  • Alain Berset, SP, FR, EDI, seit 14.12.2011, Geboren: 9. April 1972
  • Ersatzwahl Eveline Widmer-Schlumpf, BDP, GR, EFD, seit 12.12.2007, Geboren: 16.3.1956

 

Dreierticket der SVP

Die SVP hat Anspruch auf einen zweiten Sitz erhoben. Dieser wird grundsätzlich anerkannt. Die SVP hat ein Dreierticket vorgeschlagen:

  • Thomas Aeschi, SVP, ZG, Nationalrat, Geboren: 13. Januar 1979
  • Guy Parmelin, SVP, VD, Nationalrat, Geboren: 23. März 1977
  • Norman Gobbi, SVP (früher LEGA), TI, Regierungsrat, Geboren: 9. November 1959

Weitere offizielle Kandidaten sind nicht gemeldet.

 

7 Fakten zum Wahlprozedere

  1. Die Wahl erfolgt geheim.
  2. Für jeden Wahlgang gibt es andersfarbige Wahlzettel, um Wahlbetrug zu verhindern.
  3. In den beiden ersten Wahlgängen können alle wählbaren Personen gewählt werden.
  4. Gewählt ist, wer das absolute Mehr erreicht hat (die Hälfte aller gültigen Stimmen +1). Nicht gezählt werden die leeren oder ungültigen Wahlzettel.
  5. Ab dem zweiten Wahlgang scheiden alle aus, die weniger als 10 Stimmen erhalten.
  6. Ab dem dritten Wahlgang sind keine neuen Kandidaten zugelassen.
  7. Ausserdem scheidet ab dem dritten Wahlgang aus, wer am wenigsten Stimmen hat, es sei denn, mehr als eine Person vereinige diese Stimmenzahl auf sich.

Nach der Wahl der sieben Bundesratsmitglieder folgt die Erneuerungswahl des Bundeskanzleramtes. Als vorletzter Akt werden die gewählten Bundesräte zusammen mit der Bundeskanzlerin vereidigt. Zum Schluss wählt die Vereinigte Bundesversammlung die Bundespräsidentin oder den Bundespräsidenten sowie den Vizepräsidenten oder die Vizepräsidentin für das Jahr 2016.