Strasse schadet der Schiene

Die zweite Gotthard-Röhre könnte für Mindereinnahmen bei der Bahn sorgen

Bauarbeiten im NEAT-Basistunnel.

Ein zweiter Gotthard-Strassentunnel gefährde die Auslastung des Bahnprojekts NEAT. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie im Auftrag der Gegner der zweiten Röhre.

Ein vierspuriger Betrieb des Strassentunnels führe bei der Bahn im Verlauf der Jahre zu Milliardenverlusten, sagte Manuel Herrmann von der Alpen-Initiative auf Anfrage gegenüber Radio Pilatus. Jährlich müssten die SBB im Personenverkehr Mindereinnahmen zwischen 54 und 161 Millionen Franken hinnehmen. Auswirkungen einer zweiten Röhre auf den Güterverkehr erforschte die Studie nicht.

Die Befürworter einer zweiten Röhre machen jedoch ein Fragezeichen hinter das Gutachten der Alpenschützer. Es handle sich um ein Gefälligkeitsgutachten, das einseitig die Meinung der Gegner stütze, so Hans-Ulrich Bigler vom überparteilichen Komitee «Gotthard Tunnel sicher JA». Überdies sei verbindlich festgelegt, dass ein zweiter Strassentunnel nur einspurig befahrbar wäre. Die Alpenschützer befürchten indessen einen Kapazitätsausbau beim Gotthard-Strassentunnel. Ein solcher stehe im Widerspruch zur beschlossenen Verlagerungspolitik.

Der neue Gotthard-Basistunnel soll nächstes Jahr eröffnet werden. Zuvor entscheidet das Schweizer Stimmvolk am 28. Februar 2016 über den Bau eines zweiten Strassentunnels.

Audiofiles

  1. Zweite Gotthard-Röhre schadet der NEAT. Audio: David von Moos