Schwyz: 3 Jahre Freiheitsstrafe für Vereinskassier

Ein Buchhalter erleichterte Vereine um über 1 Million Franken

Während mehreren Jahren hat ein ehemaliger Vereinskassier Gelder veruntreut. Zu den Geschädigten gehört auch eine Behindertenorganisation.

Sieben Jahre lang hat ein 54-jähriger Mann aus dem Kanton Schwyz drei Vereine hintergangen. Zwischen 2005 und 2012 hat der ehemalige Vereinskassier Gelder für private Zwecke aus Vereinskassen abgezweigt. Insgesamt wurden der TCS Sektion Schwyz, die Behindertenorganisation Insieme Innerschwyz und der Gewerbeverein Arth-Oberarth-Goldau um 1,4 Millionen Franken erleichtert. 

An der Börse verspekuliert

Diese Gelder hat der Beschuldigte dazu verwendet, um private Verluste an der Börse auszugleichen. Um die ungerechtfertigten Bezüge zu vertuschen, hat der Beschuldigte Kontoauszüge gefälscht. Dieses strafbare Verhalten konnte dem ehemaligen Vereinskassier in nicht weniger als 58 Fällen nachgewiesen werden. 

Nun hat ihn das Strafgericht Schwyz wegen mehrfacher Veruntreuung und Urkundenfälschung zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt. Knapp die Hälfte der Strafe soll er nun im Gefängnis absitzen. Zudem muss der Beschuldigte 80 Prozent der Verfahrenskosten von rund 35'000 Franken bezahlen. Vom Vorwurf der Geldwäscherei wurde der Mann freigesprochen.

Mittelschweres Verschulden

Auf die von der Staatsanwaltschaft geforderten Geldstrafe ist das Strafgericht nicht eingetreten. Laut dem Gericht liegt das Verschulden des ehemaligen Vereinskassier schwer. Als Treuhänder und Vermögensverwalter hätten ihm die Vereine besonders vertraut. Die Selbstanzeige und die lange Verfahrensdauer hätten sich aber strafmildernd auf das Urteil ausgewirkt, so das Gericht weiter. Die Verteidigung verlangte eine bedingte Freiheitsstrafe von zwei Jahren. 

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig und ans Kantonsgericht weitergezogen werden.

Audiofiles

  1. Buchhalter erleichtert Schwyzer Vereine um mehr als eine Million Franken. Audio: David von Moos