Schindler baut in Ebikon 120 Stellen ab

Bis Ende 2017 sollen die Arbeitsplätze am Standort Ebikon abgebaut sein

Rolltreppe (Symbolbild).

Der Liftbauer Schindler in Ebikon baut bis Ende 2017 rund 120 Stellen am Standort Ebikon ab. Das gab der Liftbauer am späten Nachmittag bekannt. Betroffen sei die Produktion von Aufzugskomponenten für den globalen Markt. Wegen des starken Marktwachstums in Asien und wegen der hohen Produktionskosten in der Schweiz werde vermehrt im Ausland produziert, teilte Schindler mit. Es sei nicht mehr möglich, das Werk auszulasten. In der Produktion am Standort Ebikon arbeiten im Moment 200 Personen. Rund 60 Prozent der Stellen würden also aufgebaut.

Konzeptanpassungen geplant

Schindler sieht sich nach eigenen Angaben gezwungen, sich den neuen Gegegebenheiten anzupassen. Ziel sei es, eine dauerhafte Lösung zu erarbeiten, welche die Konkurrenzfähigkeit des Werkes Ebikon sichere, heisst es in der Mitteilung weiter. Das vorgeschlagene Konzept sehe eine Straffung der Produktion vor und der Standort Ebikon solle zu einem globalen Kompetenzzentrum für Spezialanfertigungen werden. Der Schindler-Konzern wolle so den Standort Ebikon sichern.

Kündigungen können nicht ausgeschlossen werden

Ein Teil der Personalanpassungen könnten durch natürliche Fluktuation, interne Transfers und vorzeitige Pensionierungen realisiert werden. Erste Kündigungen seien aber bereits ab Ende März möglich, sagte Rainer Roten, Chef Schindler Schweiz gegenüber Radio Pilatus. Es soll zwei Entlassungswellen geben: die erste Hälfte in diesem Jahr, die andere Hälfte nächstes Jahr. Schindler arbeite eng mit den Sozialpartnern zusammen. Nicht betroffen vom Stellenabau sei die Marktorganisation der Schindler Aufzüge AG in der Schweiz mit ihren knapp 3'000 Mitarbeitern.

Gewerkschaften sind schockiert

Die Gewerkschaft Unia hat auf die Ankündigung Schindlers mit Empörung reagiert. Schindler marginalisiere die Produktion in der Schweiz und provoziere einen Wissensverlust für den gesamten Industrieplatz Schweiz. Die Gewerkschaft UNIA verlangt von Schindler, den Entscheid zurückzunehmen und Alternativen zu suchen.

Audiofiles

  1. Schindler baut in Ebikon 120 Stellen ab. Audio: Tise Oetterli